Julian Assange droht eine lange Haftstrafe. AP/Frank Augstein

Im britischen Generalkonsulat in Düsseldorf ist eine gefährliche Briefsendung eingegangen. Ermittlerkreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch, dass die am Dienstag eingegangene Sendung eine hochgiftige Quecksilberverbindung enthalten habe, die potenziell tödlich sein könne.

Der Sendung sei ein Schreiben beigefügt gewesen, in dem der Absender die Freilassung von Julian Assange verlange und die britischen Behörden auffordere, von der Auslieferung des Wikileaks-Gründers an die US-Behörden Abstand zu nehmen. Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte zuerst darüber berichtet.

Warnung an diplomatische Vertretungen

Diplomatische Vertretungen Großbritanniens und der USA seien vorsorglich vor ähnlichen Giftangriffen gewarnt worden, berichtete die Zeitung weiter. Ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch lediglich den Eingang einer „verdächtigen Briefsendung“. Bei dem Vorfall am Dienstag sei niemand zu Schaden gekommen.

Die US-Justiz will Assange wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Dem gebürtigen Australier drohen dort bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Vorgeworfen wird ihm, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht und damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht zu haben.

Assange sitzt in britischem Gefängnis

Seine Unterstützer sehen in ihm dagegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht habe und an dem nun ein Exempel statuiert werden solle. Der 50-Jährige sitzt seit rund drei Jahren im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in Haft.

Ende vergangenen Jahres hatte der britische High Court grünes Licht für die Auslieferung Assanges gegeben. Am Montag war bekannt geworden, dass Assange gegen die Entscheidung nicht vor das höchste britische Gericht ziehen darf. Der Supreme Court hatte dies abgelehnt.