Die Elefanten im Zoo Dresden produzieren täglich viele Kilo Dung. Foto: imago images/Thomas Eisenhuth

Die Sachsen sind ein findiges Völkchen. Sie haben den BH erfunden, den Aktendulli und den Bierdeckel. Jetzt, in der Corona-Krise, legen sie noch eine Schippe drauf. Eine Schippe Elefanten-Dung, um genau zu sein.

Weil Einnahmen wegen fehlender Besucher wegbrechen, ist man im Zoo von Dresden zu Weihnachten auf eine neue Geschäftsidee gekommen. Kleingärtnern in und um Dresden bietet der  Zoo jetzt besonders „heißen Scheiß“ an. Einen 10-Liter-Eimer frischen Elefantendung gibt es zum Preis von 20 Euro. Die Gutscheine für das gehaltvolle Geschenk sind der Renner. Zoo-Sprecherin Christin Berndt: „Unter den vielen Kleingärtnern in der Region ist Elefantendung fürs Beet ein absoluter Geheimtipp.“

Geschäftstüchtig: Bis zu 16 Mal am Tag macht der Elefant seinen Haufen. Foto: Silvia Brune / Zoo Dresden

Ob die Radieschen und Möhren im kommenden Jahr um Dresden herum dann gigantische Ausmaße annehmen, muss man abwarten. Schaden kann eine Portion Elefanten-Biodünger aber nicht.

Bis zu 16 Mal am Tag macht der Elefant seinen Haufen, 30 Kilo pflanzliche Verdauungsreste fallen jedes Mal an. Im Dresdener Zoo kommt das Manufaktur-Produkt vom Bullen Tonga und von den drei Elefantendamen Drumbo, Sawu und Mogli. Aus ihren Popos plumpst ein „mineralstoffreicher Dünger, der sich besonders für den Gemüse- und Obstanbau eignet“, weiß  Christin Berndt. Er sei geruchsarm und so reichlich vorhanden, dass keine Lieferengpässe zu befürchten seien.

Und es ist noch Luft nach oben, im Geschäft mit dem tierischen Geschäft: In Sri Lanka etwa wird aus Elefantendung Papier hergestellt. In München zeigt seit dem Sommer der Circus Krone Einfallsreichtum.

Martin Lacey jr. vom Circus Krone mit einem Löwen. Foto: Adam/Future Image

Für fünf Euro pro Schraubglas werden die Exkremente der Zirkus-Löwen verkauft. Die scharf riechenden Verdauungsprodukte sollen Katzen aus Blumenbeeten vertreiben und Marder von Autos fernhalten. Die 26 Löwen im Circus Krone geben sie gern her. 

Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin brauchen Unterstützung

Auch der Berliner Zoo ist auf Spenden angewiesen. Das Aquarium des Zoos hat deshalb einen großen Aufruf gestartet. Statt auf Elefanten setzt man dabei auf Ameisen. Das Motto lautet: „Staatshilfe für die Ameisen“. Und um Spenden gebeten wird so: „Die solidarischen Ameisen sind das beste Beispiel dafür, dass man mit einem kleinen Beitrag Großes bewirken kann. Auch wenn das Aquarium derzeit geschlossen hat, arbeiten die fleißigen Blattschneiderameisen weiter – genauso wie die gesamte Belegschaft aus Zoo, Aquarium und Tierpark sieben Tage in der Woche unermüdlich im Einsatz ist, um ihre tierischen Schützlinge weiterhin bestmöglich zu versorgen.“

Der Betrieb der Zoologischen Gärten Berlin kostet täglich 140.000 Euro. Ein Großteil dieser Kosten konnte in den kalten Wintermonaten bisher vor allem dank des Aquariums gedeckt werden. Ansonsten zehrt man derzeit von den Ersparnissen der vergangenen Jahre, die eigentlich für ein zeitgemäßes neues Zuhause für Elefant, Affe und Co. eingeplant waren.

Die Bandbreite der Unterstützungsmöglichkeiten ist vielfältig: Ob Babysitterin, Gärtnerin, Leibwächterin oder Ameisen-Königin höchstpersönlich – bereits ab einem Euro kann jeder Teil der Kampagne „Staatshilfe für die Ameisen“ werden. Parallel dazu gibt es im Tierpark Berlin die Möglichkeit, dem Nacktmull-Volk mit einem Heizkostenzuschuss zu helfen, dies ist ab einem Betrag von 5 Euro möglich. 

www.aquarium-berlin.de/staatshilfe

www.tierpark-berlin.de/heizkosten