Lucas war erst 13 Jahre alt. Nachdem er sich als schwul geoutet hatte, begannen die Mobbing-Attacken, die ihn schließlich in den Selbstmord trieben.
Lucas war erst 13 Jahre alt. Nachdem er sich als schwul geoutet hatte, begannen die Mobbing-Attacken, die ihn schließlich in den Selbstmord trieben. privat

Kinder werden zu Tätern. Und Erwachsene schauen einfach nur zu. Schließlich endet das Ganze in einem Drama. Der 13-jährige Lucas aus Frankreich wurde Opfer homophober Hetze in der Schule. Am 7. Januar nahm er sich deshalb das Leben. Jetzt wollen seine Eltern Aufmerksamkeit, wollen sensibilisieren für die Themen Mobbing und Homophonie. Damit nie wieder ein Kind so leiden muss wie ihr Lucas.

Lesen Sie auch: Blutbad an Grundschule: Mann (25) sticht auf Mädchen (7) ein – und verletzt auch eine Erzieherin >>

„Er kann den Klatsch, die Ungerechtigkeit, die Bosheit und die Untätigkeit gewisser Erwachsener, denen er sich anvertraut hatte, nicht länger ertragen“, heißt es auf der Spendenplattform Lettchi, auf der für Lucas’ Beerdigung gesammelt wird.

Lesen Sie auch: Razzia gegen Kinderpornos: Über 20 Verdächtige – ein Vater soll Nacktbilder seiner Tochter (13) zur Verfügung gestellt haben>>

Lucas deutete Selbstmord im Tagebuch an

Mit 13 Jahren outete sich Lucas als schwul. Die Monate danach waren eine Tortour. Der Junge erfuhr in seiner Nachbarschaft, vor allem aber an der Schule, Spott und Beleidigungen „über seine Art zu sein“. Er konnte diesen ganzen Hass nicht ertragen.

Bis er sich schließlich am 7. Januar in seinem Haus in Golbey das Leben nahm. Ein Selbstmord vor dem Hintergrund von Belästigungen und Homophobie. In seinem Tagebuch soll der Junge diesen Schritt angekündigt haben.

Lesen Sie auch: „Eine einzige Katastrophe“: Wetter-Experte geschockt beim Blick auf die Karten >>

Lucas’ Mutter hatte mit Lehrern über homophobe Attacken gesprochen

Besonders prekär: Seine Mutter hatte bereits auf die Zustände an der Schule hingewiesen. In einem Eltern-Gespräch im September 2022 soll sie den Lehrkräften von den homophoben Attacken gegen ihren Sohn berichtet haben. Doch die Schule erklärte nur, Lucas habe später berichtet, die Dinge seien geklärt. Die Erwachsenen, denen Lucas sich anvertraut hatte, schauten einfach weg.

Lesen Sie auch: Vergewaltiger-Cop vor Gericht: Dieser Polizist verging sich 18 Jahre lang an Frauen >>

Nun beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall. „Die am Mittwoch eingeleitete Voruntersuchung wird sich darauf konzentrieren, den direkten Kausalzusammenhang zwischen diesen Tatsachen und dem Selbstmord des Teenagers zu überprüfen“, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Frédéric Nahon.

HILFE BEI SUIZID-GEDANKEN

Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote: Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“ richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Samstag nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch. mutes.de Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de