Die Nasa-Sonde „Osiris Rex“ kreist um den rund 330 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Asteroiden Bennu und hat dort Gesteinsproben genommen. Foto: Nasa

Vor wenigen Tagen verkündete die US-Raumfahrtbehörde Nasa mächtig stolz, dass ihre Sonde „Osiris Rex“ es geschafft habe, vom Asteroiden Bennu Proben zu entnehmen. Die Mindestanforderung von 60 Gramm Staub und Geröll sei mehr als erfüllt worden, von 400 Gramm war die Rede. Den Bildern zufolge sei es sogar so viel, dass der Deckel des Auffangbehälters von größeren Steinen leicht aufgestemmt werde, berichtete die Nasa.

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Doch genau das wird nun zum Problem. Denn eben weil der Deckel des Behälters nicht zu ist, verliert die Sonde ihre wertvolle Fracht. „Ein beträchtlicher Teil der erforderlichen gesammelten Masse ist entwichen“, sagte der Leiter der Mission, Dante Lauretta, bei einer telefonischen Pressekonferenz. „Meine große Sorge ist nun, dass die Partikel weiter austreten und wir hier fast Opfer unseres eigenen Erfolgs werden.“

Probe nun deutlich schneller als geplant sichern

Nun ist die Nasa im Wettlauf mit der Zeit. Um nicht noch mehr von der entnommenen Probe vom Asteroiden Bennu zu verlieren, will die Raumfahrtbehörde diese nun deutlich schneller als geplant sichern. Bereits am Dienstag solle der Versuch unternommen werden, die Probe sicher in der Sonde „Osiris Rex“ zu verstauen, teilte die Nasa mit. Ursprünglich sei das erst für den 2. November geplant gewesen.

 „Das Team arbeitet jetzt rund um die Uhr, um die Verstauung zu beschleunigen, damit wir so viel von dem Material wie möglich schützen können, um es zurück zur Erde bringen zu können“, sagte Dante Lauretta.

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„Osiris Rex“ hatte bei einem mehrstündigen komplizierten Manöver in der vergangenen Woche als erster US-Flugkörper eine Probe von einem Asteroiden entnommen. Sie soll in rund drei Jahren zurück zur Erde geschickt werden. Die Sonde hatte ihren Platz in der Umlaufbahn des Asteroiden Bennu vorübergehend verlassen und sich ihm bis auf wenige Meter genähert. Mit einer Art Roboter-Arm namens „Tagsam“ (Touch-And-Go Sample Acquisition Mechanism) berührte sie die Oberfläche des Asteroiden etwa fünf Sekunden lang und stieß dabei unter Druck gesetzten Stickstoff aus, um Probenmaterial aufzuwirbeln. Nach dem Aufsaugen der Probe entfernte sich die Sonde wieder von Bennu und machte sich auf den Weg zurück in ihre Umlaufbahn.

Ein Nasa-Foto zeigt den Arm der Raumsonde auf der Oberfläche des Asteroiden Bennu, wie er die Proben aufwirbelt und aufnimmt. Foto: Nasa via AP

„Osiris Rex“ war im September 2016 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet und rund zwei Jahre später bei Bennu angekommen. Seitdem umkreist die etwa sechs Meter lange und 2100 Kilogramm schwere Sonde (ihre Abkürzung steht für: Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer) den Asteroiden und untersucht ihn mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras.

Der tiefschwarze Bennu, benannt nach einer antiken ägyptischen Gottheit, hat einen Durchmesser von rund 550 Metern und könnte der Erde in gut 150 Jahren recht nahe kommen. Auch wenn das Einschlagrisiko sehr gering ist, zählt die Nasa Bennu zu den gefährlichsten derzeit bekannten Asteroiden – und will ihn deshalb ganz genau erforschen.