Ein Kranich, auch Grauer Kranich oder Eurasischer Kranich, fliegt. Wegen der Klimakrise fallen vermehrt die für ihn notwendigen Nistplätze trocken. Die Zahl der in der Roten Liste als bedroht eingestuften Tier- und Pflanzenarten ist auf über 40.000 angewachsen.  dpa/WWF

Mehr als 40.000 Tier- und Pflanzenarten gelten laut internationaler Roter Liste als bedroht. Das seien so viele wie noch nie, teilte die Umweltschutzorganisation WWF Deutschland am Mittwoch mit und warnte vor einer „katastrophalen Zuspitzung“ des weltweiten Artensterbens. Rund eine Million Arten könnten innerhalb der nächsten Jahrzehnte aussterben.

Der  Dorsch in der westlichen Ostsee wird sich nicht mehr erholen

Zu den Verlierern im Tierreich zählt der WWF beispielsweise den Dorsch. Der Bestand in der westlichen Ostsee sei zusammengebrochen und könne sich nach den schädlichen Auswirkungen jahrelanger Überfischung und der Klimaerwärmung nicht mehr erholen.

Auch andere in Deutschland heimische Arten wie den Grauen Kranich setzte er auf die Liste der Verlierer. Wegen der Klimakrise würden vermehrt Nistplätze trockenfallen. Der kleine Laubfrosch und andere Amphibien seien durch neue Siedlungen, Industriegebiete und Straßen bedroht, jede zweite heimische Amphibienart sei in ihrem Bestand gefährdet.

Lichtblicke sah die Organisation dagegen unter anderem für die Großtrappe. Im Jahr 2021 seien 347 dieser Vögel in Deutschland gezählt worden, das sei der höchste Stand seit 40 Jahren. Auch dem Bartgeier und dem Luchs gehe es besser.

Am Ende könnte der Mensch der Verlierer sein

„Beim Artenschutz geht es längst nicht mehr nur um die Beseitigung eines Umweltproblems, sondern um die Frage, ob die Menschheit nicht irgendwann auf der Roten Liste in einer Gefährdungskategorie landet und zum Verlierer ihrer eigenen Lebensweise wird“, erklärte der geschäftsführende Vorstand Eberhard Brandes. Die Gewinner der Liste zeigten zugleich, dass es noch Chancen für den Artenschutz gebe.