Füße einer zugedeckten Leiche im Leichenschauhaus (Symbolfoto). Foto: imago images/INSADCO

In Indien haben Dorfbewohner die Leiche eines Verstorbenen zu einer Bankfiliale getragen, um Zugriff auf sein Erspartes zu erhalten. Mit dem Geld wurde die Einäscherung des Mannes bezahlt, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der 55-jährige Mahesh Yadav aus dem östlichen Bundesstaat Bihar war demnach ohne Angehörige verstorben.

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Der Tote wurde den Angaben zufolge am Dienstag von Nachbarn entdeckt. Er hatte an einer schweren Krankheit gelitten und war von Dorfbewohnern versorgt worden. „Er hatte niemanden, der sich um ihn kümmerte, obwohl er schon seit Monaten litt. Also brachten wir ihm unter anderem fertig zubereitete Mahlzeiten“, sagte die Nachbarin Shakuntala Devi der Nachrichtenagentur AFP.

Die Dorfbewohner durchsuchten nach Polizeiangaben das Haus des Mannes nach Wertsachen, um seine Beerdigung zu bezahlen. Sie fanden demnach ein Sparbuch, auf dem sich umgerechnet rund 1300 Euro befanden.

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Um Zugriff auf das Ersparte des Verstorbenen zu erhalten, hätten sie seine Leiche zur Bankfiliale getragen. Die „unter Druck gesetzte Bank“ habe das Geld schließlich freigegeben, teilte die Polizei mit.

Der Direktor der Filiale, Sanjeev Kumar, sagte der AFP, dass der ungewöhnliche Vorfall für Panik gesorgt habe. „Es war beispiellos“, sagte er, „nach einer Stunde gab ich ihnen etwas Geld und sie brachten die Leiche endlich zur Einäscherung.“