Absperrband der Polizei in der Nähe eines Tatorts.
Absperrband der Polizei in der Nähe eines Tatorts. dpa/ Peter Byrne

Die Dimension der entsetzlichen Taten sprengen jegliche Vorstellungskraft: Ein nekrophiler Doppelmörder und Sexualstraftäter vergeht sich an mehr als 100 Toten. Über Jahrzehnte bleiben die Taten ohne Konsequenzen. Wie ist das möglich, hatte der Mann Helfer? Jetzt hat der Fall politische Konsequenzen: Die Regierung lässt derzeit untersuchen, wieso der Täter jahrelang unentdeckt blieb.

In England ist ein Doppelmörder und Sexualstraftäter mit nekrophiler Neigung zu weiteren vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann hatte eingeräumt, dass er sich an 23 weiteren Leichen vergangen hatte - insgesamt an mehr als 100 toten Mädchen und Frauen. Der 68-Jährige hatte bereits zugegeben, 1987 zwei Frauen im Alter von 20 und 25 Jahren ermordet und sich an deren leblosen Körpern vergangen zu haben. Dafür war er im vergangenen Jahr zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Als Elektriker schlich sich der Täter in verschiedene Leichenhallen

Zudem missbrauchte der Mann zwischen 2008 und 2020 nach eigenen Angaben Dutzende Leichen in verschiedenen Leichenhallen in den Grafschaften Kent und Sussex, wo er als Elektriker gearbeitet hatte. Zunächst hatte er den Missbrauch von 78 leblosen Körpern gestanden. Anfang November gab er zudem den Missbrauch von 23 weiteren zu.

„Sie haben keine Rücksicht auf die Würde der Toten genommen“, sagte Richterin Parmjit Kaur Cheema-Grubb am Mittwoch am Londoner Strafgerichtshof Old Bailey. „Sie werden bis zu Ihrem Tod hinter Gittern bleiben.“