Minister Schoigu ehrt Jasow mit einem Orden. imago images/ITAR-TASS

Er war der letzte Marschall der Sowjetunion: Dmitri Jasow, langjähriger Verteidigungsminister und 1991 einer der Putschisten gegen Michail Gorbatschow, ist tot. Jasow starb Dienstag im Alter von 95 Jahren nach schwerer Krankheit in Moskau. Noch Anfang des Monats war er von Verteidigungsminister Sergei Schoigu (64) mit einem Orden ausgezeichnet worden.

Jasow in Litauen in Abwesenheit wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen verurteilt

In Erinnerung bleiben wird vor allem Jasows Widerstand gegen den Perestroika-Kurs in den frühen 90er-Jahren. Er gehörte während des Putsches im August 1991 einem Notstandskomitee aus Altkommunisten an. Die Gruppe hatte sich gegen Gorbatschows Reformpolitik verschworen. Als damaliger Verteidigungsminister ließ Jasow am 19. August Panzer in Moskau auffahren, während Gorbatschow auf der Krim Urlaub machte. Angesichts des Widerstandes der Bevölkerung gaben die Putschisten allerdings zwei Tage später auf. Jasow wurde verhaftet, saß drei Jahre im Bau. 1994 folgte die Begnadigung. In der Zwischenzeit war die Sowjetunion aufgelöst worden.

Im Jahr 2019 wurde Jasow in Litauen in Abwesenheit wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit am sogenannten Blutsonntag von Vilnius zu zehn Jahren Haft verurteilt. In einer Januarnacht 1991 waren im Freiheitskampf der damaligen Sowjetrepublik Litauen 14 Zivilisten getötet und Hunderte verletzt worden.