Ein Kind lernt mit einem Gleitbrett das Schwimmen. Doch wegen Corona finden viele Kurse nicht statt. Foto dpa/Sina Schuldt

Die Corona-Pandemie begleitet uns nun schon viele Monate. Und in dieser Zeit ist sie in Bereiche unseres Lebens vorgestoßen, von denen wir zu Beginn kaum zu Träumen gewagt haben. Nach einem Dreivierteljahr, in dem das Leben eben nicht lief, wie wir es gewohnt waren, schlagen Schwimm-Verbände Alarm. Es droht eine Generation von Nichtschwimmern!

Aufgrund der Corona-Regeln fallen Tausende Anfänger-Schwimmkurse für Kinder aus, auch der schulische Schwimmunterricht ist vielerorts zum Erliegen gekommen. „Die Schwimmfertigkeit in Deutschland nimmt noch mal einen heftigen Knick nach unten, das ist eine dramatische Entwicklung“, sagt DLRG-Sprecher Achim Wiese. Schon jetzt können nur 41 Prozent der Kinder, die die Grundschule verlassen, sicher schwimmen. „Da haben wir einen riesigen Nachholbedarf nach Corona.“

Der Vizepräsident des Deutschen Schwimmverbandes (DSV), Wolfgang Hein, sprach von einem „deutlichen Einschnitt“. Die Kinder seien von der Bewegung entwöhnt. „Es ist bequem, zu Hause auf dem Sofa oder am Schreibtisch zu sitzen und ein bisschen rumzudaddeln. Sie dürfen ja auch sonst nichts.“ Nach dem Teil-Lockdown müssten die Bäder den Vereinen mehr Zeit für Schwimmkurse einräumen, auch an den Wochenenden oder in den Ferien, forderte Hein. Schon vor Corona gab es für Seepferdchen- oder Bronze-Kurse in vielen Regionen lange Wartelisten.

Die Schwimmbäder in Deutschland sind nach Angaben des DSV-Vizepräsidenten überwiegend geschlossen. Einige Länder erlaubten zwar weiterhin Schul- sowie privaten Schwimmunterricht, sagte Hein, der auch Präsident des niedersächsischen Schwimmverbands ist. Weil aber der öffentliche Badebetrieb verboten ist, seien Kommunen und Betreiber oftmals der Auffassung, es lohne sich nicht, die Bäder offen zu halten. Das Land Niedersachsen etwa untersagte mit einem Erlass vom 5. November auch das Schulschwimmen.