Baby Yoda“ soll die Herzen der Zuschauer gewinnen – und sie zu „Disney+“ locken. dpa/Lucasfilm

Zynisch betrachtet, hätte der Zeitpunkt für den Deutschlandstart der neuen Streamingplattform Disney+ kaum besser sein können. Dass das Coronavirus das öffentliche Leben zum Erliegen bringt und die Leute zu Hause mehr fernsehen, dürfte den Start des neuen Konkurrenten von Netflix, Amazon Prime Video und Co. erfolgreicher machen. Der neue Streaminganbieter punktet zudem mit unzähligen Disney-Klassikern, den Filmen und Serien des Marvel-Universums sowie mit „Star Wars“.

Das vielleicht wichtigste Zugpferd für Disney+ ist „The Mandalorian“, die erste reale „Star Wars“-Fernsehserie, die in den USA schon vor Monaten veröffentlicht wurde. Um ihre putzige „Baby Yoda“-Figur entstand im Internet sofort ein Kult, der auch nach Deutschland schwappte. Hier wurde die erste Folge am Sonntag im Free-TV bei ProSieben ausgestrahlt. Ab Dienstag (24.3.) sind alle acht Episoden von „The Mandalorian“ bei Disney+ abrufbar.

Zugpferd „The Mandalorian“

Pedro Pascal ist der Mandalorianer. Der scheinbar namen- und gesichtslose Kopfgeldjäger schlägt sich nach dem Untergang des Imperiums in der chaotischen Galaxis durch. „Mando“ nimmt nie den Helm ab, folgt den Regeln seines Clans und stellt keine Fragen.

In der Zeitrechnung des „Star Wars“-Universums spielt „The Mandalorian“ kurz nach dem Kinofilm „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ (1983), der sechsten Episode der Skywalker-Saga. Die neue Serie bleibt dem von George Lucas erschaffenen Universum treu. Die Optik der Kulissen und Raumschiffe, Masken, Roboter und Kostüme wurde konsequent fortgeführt. Das dürfte bei Fans gut ankommen.

In Frankreich startet Disney+ erst im April

Neben Filmen und Serien aus dem „Star Wars“-Universum finden sich auch sämtliche von Disney produzierten Filme und sämtliche Episoden der „Simpsons“ auf der neuen Streaming-Plattform. In Frankreich wird man sich anders als in Deutschland noch etwas gedulden müssen. Dort wurde der Start von Disney+ wegen des Coronavirus auf den 7. April verschoben. Die Regierung hatte darum gebeten, um keinen zusätzlichen Druck auf die Netze aufzubauen. In Deutschland sieht man da wohl kein Problem.

Genauso wie der Rivale Netflix will Disney zudem den Datendurchsatz in Europa um ein Viertel reduzieren, wodurch Nutzer nicht die bestmögliche Bildqualität bekommen dürften. Die Datendrosselung im Video-Streaming, die auch Amazon, Apple und Youtube umsetzen, hatte EU-Kommissar Thierry Breton eingefordert. Ein Start also mit angezogener Handbremse. Bilder in 4k-Qualität sind in Zeiten der Corona-Krise nicht drin.