Gaetano S. betrieb einen Kiosk in Neapel. Dann flüchtete er mit einem Gewinner-Los. Facebook

Einen richtigen Plan hatte Gaetano S. (57) offenbar nicht, als er im Büro seines Kiosks im Herzen von Neapel das 500.000 Euro schwere Sieger-Rubbellos einer 69 Jahre alten Kundin einsteckte, sich auf seinen Roller setzte und davonbrauste. Doch auch auf seiner fast zwei Tage andauernden Flucht fiel ihm offenbar kein Plan ein. Nun wurde er geschnappt.

Kioskbesitzer wollte sich nach Fuerteventura absetzen

Laut italienischen Medien versuchte der Kioskbesitzer nämlich sich nach Fuerteventura absetzen - versuchte allerdings am Flughafen Rom Fiumicino unter seinem eigenen Namen einzuchecken. Doch der war längst über das neapolitanische Viertel Materdei hinaus bekannt. Die Carabinieri hatte die Daten von Gaetano S. an die Polizeistationen im ganzen Land übermittelt - und so schlugen Grenzpolizisten zu, als der Kioskbesitzer zwischen den Gates hin- und herschlenderte und auf seinen Abflug wartete.

Das Siegerlos hatte Gaetano S. bei seiner Festnahme übrigens nicht dabei. Weder bei ihm noch in seinem Gepäck wurde das Los gefunden. Eingelöst worden kann es eigentlich nicht sein. Denn die Firma, die die Rubbellose herausgibt, hatte längst den ganzen Losblock, der in Gaetano S.s Kiosk verkauft wurde gesperrt. Gewinne können nicht eingelöst werden. 

Der Kioskbesitzer will die bestohlene Frau anzeigen

Ein Geständnis kam von Kiosk-Besitzer S. übrigens nicht - und das, obwohl es mehrere Augenzeugen für die Tat gab. Stattdessen ging er zum Angriff über. Er sei es, der eigentlich Opfer eines Diebstahls geworden sei, erklärte er den Polizisten und wollte Anzeige gegen die Rentnerin erstatten, die zuvor Anzeige gegen ihn erstattet hatte. Es wirkt wie ein letzte Versuch, sich reinzuwaschen.

In diesem Kiosk wurde der alten Frau ihr Gewinnerlos geklaut. Carabinieri

Die Polizei ist derweil weiter auf der Suche nach dem Gewinnerlos und nach weiteren Beweisen, die Gaetano S. belasten. Dazu wollen die Beamten auch in einer Bank im römischen Umland vorstellig werden, wo der Kioskbesitzer noch am Freitag ein Girokonto eröffnet und eine Versicherung abgeschlossen hat. Die Hintergründe sind allerdings noch völlig unklar.

Der Kioskbesitzer hatte die Lizenz auf seine Frau übertragen

Ebenso ist den Ermittlern noch schleierhaft, warum Gaetano S. kürzlich die Betriebserlaubnis seines Kiosks auf seine Frau übertragen hatte. Die ist jetzt aber ohnehin auf Eis gelegt! Auch die Frau von Gaetano S. darf den Kiosk nun vorerst nicht öffnen, bis bewiesen ist, dass sie mit dem Diebstahl des Rubbelloses nichts zu tun hatte. Doch das wird wohl erst ein Prozess klären. Und bis dahin dürfte noch einige Zeit vergehen.

Lesen Sie auch: Mehrheit der Deutschen will strengere Corona-Regeln für Ungeimpfte >>

Ob und wie die bestohlene Rentnerin nun an ihren Gewinn kommt, ist derzeit noch völlig unklar. Schließlich ist das Los verschwunden – und eine Kopie des Scheins oder ein Foto scheint es nicht zu geben.