Ein Boot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) dpa/Moritz Frankenberg

Ungewöhnliche Rettungsaktion am Wochenende: Ein Grundschüler hat ein Kleinkind vor dem Ertrinken gerettet. Darüber berichtet jetzt die DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.)  in Freiburg. Laut DLRG war am Sonntag ein etwa eineinhalb Jahre junges Kind ins Wasser gefallen und sofort untergegangen! Das Kleinkind war demnach auf einem aufblasbaren Kanu mit drei anderen Kindern unterwegs, das älteste der DLRG zufolge elf Jahre alt – keines trug Rettungswesten oder Schwimmflügel.

Kinder ohne Begleitung und Rettungswesten auf dem Boot im Wasser

Der neunjährige Jonny-Dean wurde am Baggersee zum Lebensretter. DLRG Freiburg

Während offenbar alle anderen wegschauten, hatte der neunjährige Jonny-Dean die Situation im Beisein seiner Mutter beobachtet und umgehend reagiert. Der blonde Grundschüler eilte zur Hilfe, zog das Kleinkind aus dem Wasser an die Oberfläche zurück und setzte es wieder in das Kanu zurück. „Durch das beherzte Eingreifen von Jonny-Dean konnte wahrscheinlich Schlimmeres verhindert werden“, heißt es vom DLRG.

Die Mutter des jungen Retters, Diana S., sagte in der Badischen Zeitung (BZ), sie hätte sich noch gedacht, „wie unverantwortlich es ist, dass Eltern ihre Kinder ohne Begleitung und Schutzwesten auf dem Boot ins Wasser lassen“. Jonny-Dean hatte sich auch zunächst nichts Böses gedacht, als die Füßchen des Kleinkindes im Wasser abtauchten – und es so aussah, als sei es putzmunter ins Wasser gesprungen. Doch es tauchte nicht mehr auf.

Familie machte sich nach dem Vorfall aus dem Staub – mehrere Badetote am Wochenende

Jonny-Dean ist sich sicher, dass das Kleinkind kein Wasser geschluckt hat, doch auch die DLRG wusste zunächst nicht zu sagen, ob das Kind den Vorfall völlig unbeschadet überstanden hat. Die Familie des Kleinkindes soll sich mit den drei mutmaßlichen Geschwistern nach dem Vorfall davongemacht haben, sodass die DLRG das Kind nicht weiter betreuen und den Gesundheitszustand abklären konnte.

Für die DLRG-Rettungsstelle am Opfinger See ging es am folgenden Tag gleich mit einem dramatischen Rettungseinsatz weiter: Ein Surfer war kollabiert. Bundesweit waren am Wochenende mehrere Menschen bei sengenden Temperaturen ums Leben gekommen, darunter zwei in Berlin. Unweit des Opfinger Sees starb am Titisee ein vierjähriges Kind.

Seit Donnerstag erreichen die Temperaturen wieder über 30 Grad. Der DLRG warnt, gerade für Kindern seinen schon geringe Wassertiefen gefährlich. Selbst im Planschbecken oder dem Gartenteich sei Vorsicht geboten. „Lassen Sie Kinder niemals unbeaufsichtigt im und am Wasser, sei das Gewässer auch noch so klein“, appelliert Armin Flohr, Präsident der DLRG Württemberg.