Polizisten eskortieren den angeklagten Geschäftsmann Shankar Mishra (Mitte)  aus dem Gerichtsgebäude in Neu Delhi.
Polizisten eskortieren den angeklagten Geschäftsmann Shankar Mishra (Mitte)  aus dem Gerichtsgebäude in Neu Delhi. (AP Photo/Dinesh Joshi

„Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, heißt es im bekannten Lied von Reinhard Mey. Doch diese Freiheit, die sich ein Passagier der Fluglinie Air India herausgenommen hat, ist nicht nur grenzenlos, sondern einfach unglaublich. Der betrunkene Geschäftsmann Shankar Mishra soll auf seine Sitznachbarin uriniert haben. Die Strafen für ihn, den Piloten und die Airline sorgten für einen harten Aufprall auf dem Boden der Tatsachen...

Wegen eines Pinkel-Vorfalls während eines Transatlantikflugs sind Strafen gegen Air India und den Piloten verhängt worden. Die indische Fluggesellschaft muss umgerechnet 34.000 Dollar zahlen, weil sie nicht angemessen reagiert haben soll, nachdem ein betrunkener Geschäftsmann angeblich auf eine 72-jährige Mitpassagierin uriniert hatte, wie indische Medien am Samstag berichtete.

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Ferner verhängte die indische Aufsichtsbehörde für die Zivilluftfahrt eine Strafe von umgerechnet 3400 Euro gegen den für die Dienstleistungen an Bord zuständigen Manager. Der Pilot wurde für drei Monate vom Dienst suspendiert. Ihm wurde Versäumnis seiner Dienstpflicht vorgeworfen, für Sicherheit und Disziplin an Bord zu sorgen.

Der Geschäftsmann sitzt im Gefängnis

Der Banker Shankar Mishra hatte nach der Landung in Indien unbehelligt aussteigen können, ohne dass die Fluglinie Maßnahmen gegen ihn ergriffen hätte. Air India räumte später ein, sie habe es versäumt, den Vorfall „besser zu handhaben“, und überprüfe ihre Richtlinien für den Ausschank von Alkohol auf Flügen.

Nach einer Beschwerde der 72-Jährigen und nachdem der Vorfall breiten Widerhall in den indischen Medien gefunden hatte, wurde Mishra schließlich festgenommen. Mishras bisheriger Arbeitgeber, die US-Großbank Wells Fargo, hatte den Manager bereits zuvor wegen des Pinkel-Vorfalls entlassen.

Mishra ist weiterhin in Haft. Eine Freilassung gegen Kaution wurde ihm verweigert. Der Anwalt des Bankers schilderte vor einigen Tagen bei einer Anhörung vor Gericht eine andere Version des Vorfalls: Demnach soll die 72-Jährige auf sich selber uriniert haben.