Inzidenz von Null in Sicht:  Rügen.  Imago

Was haben die Landkreise  Ostprignitz-Ruppin, Uelzen, Rügen und Friesland gemeinsam? Sie alle weisen Inzidenzen von 10 und drunter auf. Doch was passiert eigentlich, wenn tageslang gar kein Corona-Fall mehr registriert wird und die Inzidenz irgendwann sogar bei Null liegt?

Nehmen wir das Beispiel Vorpommern-Rügen. Hier liegt die 7-Tage-Inzidenz  bei entspannten 5,8. Das war auch im vergangenen Jahr Mitte Mai schon einmal der Fall. Viele Wochen lang hatte Rügen keinen Corona-Fall zu verzeichnen, auch in anderen Landkreisen war das so.  

 Im letzten Sommer standen etwa im ganzen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern alle Corona-Ampeln auf grün. Erst im August stiegen die Fallzahlen in vielen Regionen wieder an. Und in diesem Jahr? 

Wann ist Corona vorbei?

Ist Corona in Regionen mit Zahlen unter zehn wie Plön mit 9,1, im Landkreis Uelzen mit 8,7 oder im Landkreis Weiden in der Oberpfalz mit 2,31  vorbei? 

Leider nicht. Die Vergangenheit hat gezeigt, wie schnell niedrige Zahlen auch wieder steigen können. Im Wesentlichen liefern sich für die Entwicklung der Zahlen zwei Komponenten ein Rennen: Mehr und mehr Impfungen bauen den Vorsprung gegenüber dem Virus aus, Mutationen wie die indische, die schneller Ansteckungen hervorrufen sollen, verringern ihn. 

Doch wann gibt es denn endlich die volle Normalität wieder? 

Wann gibt es volle Normalität und keine Einschränkungen mehr?

Erst wenn ganz praktisch alle, die das wollen die Chance gehabt haben, zweimal geimpft zu werden, würde dieser Umstand die bisherige Schutzpraxis des Staates ersetzen, sagt der Verfassungsrechtler Prof. Michael Brenner, von der  Uni Jena dem Mitteldeutschen Rundfunk auf diese Frage. 

„Wenn dieses Angebot gemacht wird, dann ist der Staat von seiner Schutzpflicht befreit, er hat dann alles getan, was in seiner Macht steht und es liegt in der Verantwortung des Einzelnen, ob er das Angebot wahrnimmt oder nicht“, so Brenner. Bis zu dem Zeitpunkt an dem genügend Impfstoff  für alle zur Verfügung steht, kann der Staat seiner Schutzpflicht aber eben nur durch (angepasste) Einschränkungen der Grundrechte nachkommen.

Einschränkungen trotz Inzidenz 0

Im letzten Jahr blieben so auch in der Null-Inzidenz-Zeit etwa in MeckPom  Einschränkungen bestehen. Masken mussten getragen, Abstände gehalten werden. Dennoch ist ab einer Inzidenz von unter 35 schon vieles wieder möglich, wobei  Unterschiede je nach Bundesland möglich sind: 

 Lockerungen der Kontaktbeschränkungen bis zu 1.000 Personen bei Veranstaltungen außen und innen (mit Sitzplatz und Test)

Öffnung von Clubs und Diskotheken mit Außenbereich für bis zu 100 Personen mit Test

Reduzierung der Kundenbegrenzung im Einzelhandel je nach Ladengröße

keine Testpflicht mehr in Freizeiteinrichtungen

keine Testpflicht mehr in der Innengastronomie

Besuche in Museen und Ausstellungen ohne Terminvereinbarung möglich

In Schleswig-Holstein, dem Bundesland mit den dauerhaft niedrigsten Werten fühlt sich das Leben schon fast normal an. Schulen und Kitas sind im Regelbetrieb, die Innengastronomie darf wieder öffnen. Außerhalb geschlossener Räume sind Treffen von bis zu zehn Personen verschiedener Haushalte erlaubt.

Der Landkreis Vorpommern-Rügen und die Landeshauptstadt Schwerin ziehen jetzt wegen der geringer Sieben-Tage-Inzidenzwerte einige Corona-Lockerungen vor.  So sind etwa bereits von Samstag an private Zusammenkünfte von bis zu zehn Menschen aus fünf Haushalten möglich, wie die Verwaltungen am Freitag in Stralsund und Schwerin mitteilten. Dieser Lockerungsschritt ist landesweit ab Dienstag vorgesehen.

Diese Landkreise  sind auf einen sehr guten Weg in Richtung Normalität. 

 LK Ostprignitz-Ruppin 10,1

LK Plön 9,13

LK Uelzen 8,78

LK Friesland 8,18

SK Schwerin 7,37

SK Amberg 7,13

LK Schleswig-Flensburg 7,04

SK Landau i.d.Pfalz 6,43

LK Cuxhaven 6,11

LK Vorpommern-Rügen 5,81

SK Schwabach 4,92

SK Weiden i. d. OPf. 2,31

Zahlen RKI Dashboard vom 28.5. 2021