Demonstranten auf den Straßen in Tampa, Florida.  Foto: imago/images/ZUMA Wire

In der Hauptstadt Washington und in Metropolen wie New York, Los Angeles und Philadelphia kam es in der Nacht zum Montag zu Plünderungen und Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Behörden in zahlreichen Städten versuchten, die Lage mit Ausgangssperren und einem massiven Einsatz von Sicherheitskräften unter Kontrolle zu bringen. Landesweit wurden tausende Mitglieder der Nationalgarde mobilisiert.

Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser ordnete für die Nacht zum Montag eine Ausgangssperre für den gesamten Hauptstadtbezirk an. In unmittelbarer Nähe des Weißen Hauses lieferten sich Demonstranten Konfrontationen mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas, Pfefferspray und Blendgranaten gegen Menschen ein, die sich in einem an den Amtssitz von Präsident Donald Trump angrenzenden Park versammelt hatten.

Lesen Sie auch: USA: Schwarzer stirbt nach brutalem Polizeieinsatz >>

Demonstranten entzündeten in dem Park mehrere große Feuer und schlugen in der Gegend Schaufensterscheiben ein. Laut der „New York Times“ war Trump am Freitag bei ähnlichen Protesten zwischenzeitlich in den Bunker des Weißen Hauses gebracht worden.

Videoaufnahmen zeigen, wie der Polizeibeamte Derek Chauvin neun Minuten lang auf Floyds Hals kniete, während er mit Handschellen gefesselt war. Foto: Darnella Frazier via AP

In Minneapolis im Bundesstaat Minnesota, wo Floyd am Montag vergangener Woche zu Tode gekommen war, fuhr ein Tanklaster mit hoher Geschwindigkeit über eine Brücke, während dort ein Protestmarsch mit hunderten Teilnehmern unterwegs war. Ob der Fahrer mit Absicht in Richtung der Menge fuhr, war zunächst unklar. Offenbar wurde keiner der Demonstranten bei dem Vorfall verletzt.

Es war der sechste Protest-Tag in den USA. Bei Ausschreitungen in den vorherigen Tagen waren immer wieder Polizeiautos angezündet, Barrikaden errichtet und Geschäfte geplündert worden.

Der unbewaffnete George Floyd war gestorben, nachdem Derek Chauvin, ein weißer Polizist, ihm nach seiner Festnahme fast neun Minuten lang sein Knie in den Nacken gedrückt hatte. Vergeblich stöhnte der Afroamerikaner, dass er keine Luft bekomme, bevor er bewusstlos wurde und später im Krankenhaus verstarb.

In vielen Städten der USA kam s zu Plünderungen, wie hier in Chicago. Foto: AP

Ein Video des Vorfalls löste landesweites Entsetzen aus. Es weckte Erinnerungen an zahlreiche frühere Vorfälle, bei denen unbewaffnete Schwarze durch weiße Polizisten getötet wurden. Der Polizist blieb tagelang auf freiem Fuß, bevor er schließlich festgenommen und des Totschlags und der fahrlässigen Tötung beschuldigt wurde. Medienberichten zufolge soll die Ehefrau von Derek Chauvin nach dem Bekanntwerden der Tat die Scheidung eingereicht haben.

Während China und Iran die Anti-Rassismus-Proteste in den USA für Kritik an Washington nutzten, verlangten Sportstars wie die Bundesliga-Spieler Marcus Thuram und Jadon Sancho Gerechtigkeit für Floyd. Basketball-Legende Michael Jordan verurteilte den „tief verwurzelten Rassismus“ in den USA.