Britische Medizinerinnen von der Universität Liverpool haben die Entstehungsgeschichte der „Rescue Annie“ (in Deutschland auch „Resusci-Anne“) erforscht, die in Erste-Hilfe-Kursen als Übungsobjekt für die Wiederbelebung dient. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Sie hat zahlreichen Menschen das Leben gerettet und wird in aller Welt geküsst: Britische Medizinerinnen haben nun zusammengefasst, was man über die Entstehungsgeschichte der „Rescue Annie“ weiß, die in Erste-Hilfe-Kursen als Übungsobjekt für die Wiederbelebung dient.

Junges Mädchen tot in der Seine

Im 19. Jahrhundert sei ein junges Mädchen tot aus der Seine in Paris geborgen und von einem Pathologen obduziert worden, schreiben Stephanie Loke und Sarah McKernon in der Weihnachtsausgabe des „British Medical Journal“. Wie es ums Leben kam, sei weiterhin ungeklärt.

Weil der Pathologe so von der Schönheit des Mädchens in Bann gezogen gewesen sei, habe er eine Totenmaske nach dem Abbild ihres Gesichtes angefertigt - zu jener Zeit eine recht gängige Praxis. In den folgenden Jahren sollen etliche Kopien dieser Maske in Paris verkauft worden sein.

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Als die Medizin in den 1950er Jahren die Technik der Wiederbelebung mittels Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage entwickelte, sollen Studierende die Technik dem Artikel zufolge zunächst an sich gegenseitig geübt haben - was jedoch das Risiko von Verletzungen mit sich brachte.

Der norwegische Puppenmacher Åsmund Laerdal sei daher mit der Entwicklung einer Puppe beauftragt worden, die zum Üben dienen sollte, schreiben die Autorinnen. Laerdal erinnerte sich demzufolge an eine Maske im Haus seiner Großeltern - und formte das Gesicht der „Rescue Annie“ nach diesem Vorbild. Im Englischen wird die Puppe auch „Resusci Annie“, in Deutschland „Resusci Anne“ genannt.