Das Feuer im Westen Sardiniens dringt immer weiter in bewohntes Gebiet vor. AP/Alessandro Tocco

Es sind beängstigende Bilder, die von der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien in die Welt geschickt werden: Während halb Deutschland unter Wasser steht, ist es auf der Insel viel zu trocken. Seit Tagen kämpfen die Einsatzkräfte gegen einen Flächenbrand im Westen der Insel. Doch die Oberhand gewinnen konnten sie bislang noch nicht!

Flächenbrand auf Sardinien: Menschen müssen ihre Häuser verlassen

Wie der italienische Sender RaiNews berichtet, mussten in der Provinz Oristano im Westen von Sardinien bereits 1200 Menschen ihre Häuser verlassen. Auch verängstigte Touristen sollen bereits aus dem Küstenort Porto Alabe geflohen sein. „Es ist eine beispiellose Katastrophe“, sagte Christian Solinas, Gouverneur von Sardinien.

Bislang seien schon 20.000 Hektar Land in den Flammen aufgegangen. Die Gefahr für die Gebiete rund um den Flächenbrand seien laut Katastrophenschutzbehörde weiterhin hoch. Der Agrarverband Coldiretti sprach von einer Katastrophe und erheblichen Schäden für die Landwirtschaft. Weiden, Wälder und in einigen Fällen auch Tiere seien verloren worden, hieß es. Starke Winde trugen demnach zur Ausbreitung der Flammen bei.

Die Stadt Oristano ist vollkommen in Rauch gehüllt. AFP/Vigili del Fuoco

Augenzeugin: Flächenbrand auf Sardinien „schrecklich“

Es sei „schrecklich“, berichtete eine Frau aus der Gegend um Oristano der Nachrichtenagentur dpa. In der Luft rieche es überall verbrannt, Feuer und Qualm seien auch vom Strand aus zu sehen – auch von beliebten Touristenorten aus. Eine Betreiberin von Ferienwohnungen in dem Ort Bosa erzählte, die verbrannte Gegend gleiche einer Hölle. Viele Bauernhöfe seien von den Flammen betroffen.

In der Nacht zu Montag drückte Italiens Regierungschef Mario Draghi den Menschen auf Sardinien seine Solidarität aus. Außenminister Luigi Di Maio von der Fünf-Sterne-Bewegung bat bei Facebook um Hilfe aus anderen europäischen Staaten. Und die kam: Zwei Löschflugzeuge aus Frankreich und Griechenland trafen bereits auf Sardinien ein, um die fünf Flugzeuge der sardischen Feuerwehr zu unterstützen. Laut offiziellen Angaben waren dort am Montag rund 7500 Rettungskräfte im Einsatz. 

Lesen Sie auch: Schwere Waldbrände wüten in Russland – Behörden warnen vor giftigem Rauch >>

Und nicht nur auf Sardinien brennt es. In Südfrankreich, südlich von Montpellier, lodern Feuer im bergigen Buschland. Mehr als 1000 Feuerwehrleute sind hier im Einsatz. Der Brand hat Stromausfälle verursacht. Zwischenzeitlich waren 100.000 Menschen ohne Strom.