Die Frau im gelben Regenmantel hielt ein Pappschild mit der Aufschrift „Allez Opi Omi“ in die Motorad-Kameras – und löste damit einen Massensturz aus Screenshot ARD

Die französische Polizei hat die Frau aufgespürt, die mit einem deutschsprachigen Gruß an „Omi“ und „Opi“ am Wochenende einen Massensturz bei der Tour de France verursacht hatte. Die Verantwortliche sei formell identifiziert worden und werde in Polizeigewahrsam verhört, hieß es von Seiten der Ermittler. Sie soll französische Staatsbürgerin sein.

Die Frau war am Samstag bei der ersten Tour-Etappe in der Bretagne mit dem Rücken zum heranrasenden Feld auf die Straße getreten und hatte ein Schild mit der Aufschrift „Allez Omi-Opi“ (etwa: Vorwärts Omi-Opi) in die Kameras gehalten.

Der deutsche Fahrer Tony Martin an der Spitze des Feldes prallte in voller Fahrt in das Plakat, verlor die Balance und stürzte. Bei den Teilnehmern hinter ihm kam es zu einem Domino-Effekt und vielen Stürzen, mehrere Fahrer verletzten sich.

Die Unbekannte mit dem Regenmantel

Seitdem suchte die Polizei die Unbekannte mit dem gelben Regenmantel, die sich nach dem Unfall vom Ort entfernt hatte. Wegen der Aufschrift auf dem Schild wurde vermutet, dass sie aus dem deutschsprachigen Raum stammt. Sie muss sich nun wegen „fahrlässiger Verletzung“ von Radrennfahrern und der Missachtung der Sicherheitsvorschriften verantworten.

Nach Informationen des französischen Radiosenders Info RTL hätten sich noch am Tag der Tat Zeugen bei der Polizei gemeldet, Dutzende seien angehört worden. Diese Aussagen führten nun zur Verhaftung der offensichtlichen Täterin. 

Bei dem Massensturz wurden viele Fahrer verletzt. dpa/Pool Anne-Christine Poujoulat/BELGA

Diese Strafen drohen ihr jetzt

Dem Vernehmen nach soll die Frau aus der Region Finistére stammen. Zunähst war war vermutet worden, sie könne aus dem deutschsprachigen Raum stammen, da der Text auf dem Schild („Omi Opi“) drauf hinwies.

Der Frau drohen im Fall einer Verurteilung 15.000 Euro Strafe und bis zu ein Jahr Gefängnis. Die Tour de France hatte sie angezeigt.

Zudem haben die Teams die Möglichkeit, Schadenersatz-Ansprüche gegen sie geltend zu machen. Dabei geht es um Fahrer, die wochenlang verletzt ausfallen.