Ein ICE der Deutschen Bahn Fot: dpa/Julian Stratenschulte

Normalerweise sind die Durchsagen von Mitarbeitern der Deutschen Bahn für ihr schlechtes Englisch oder besonders undeutliche Aussprache an wichtigen Stellen ihrer Botschaft bekannt. Doch bei dieser Passagier-Information war alles zu verstehen: Ein Bahn-Mitarbeiter warb während einer Fahrt mit einem ICE von Berlin ins schweizerische Interlaken zunächst dafür, dass es auch im Bord-Bistro Mundschütze zu kaufen gebe – ehe er etwaige Verschwörungstheoretiker aufs Korn nahm.

Das Video, das von einer Passagierin aufgenommen worden war, verbreitete sich schnell im Netz – auch weil die Bahn den kurzen Clip selbst über Twitter verbreitete. Darauf zu sehen war ein relativ leerer Waggon, zu hören die üblich knarzige Stimme eines Bahnmitarbeiters, der eine Durchsage machte. Als er eigentlich schon fertig, der Lautsprecher bereits kurz aus gewesen war, setzte er noch einmal mit einem „Hinweis an alle Verschwörungstheoretiker bei uns an Bord“ an.

„Denken Sie bitte daran, dass die Bundesregierung heimlich Speichelproben sammelt, um Klone von Ihnen zu produzieren, die Sie dann ersetzen sollen“, sagte er mit nicht einmal durch die metallenen Klänge der Bahn-Lautsprecher zu überhörenden Ironie. „Tragen Sie daher dauerhaft Ihre Mund-Nasen-Bedeckung, um zu verhindern, dass die Regierung an Ihre DNS kommt.“ Anschließend bedankte sich der Mitarbeiter noch im Namen aller Mitreisenden.

Dieser humoristische Trick, auch Verschwörungstheoretiker zu allgemeiner Rücksichtnahme und dem Tragen eines Mundschutzes aufzufordern, kam bei vielen Usern gut an. Viele Verschwörungstheoretiker weigern sich, aus unterschiedlichen Gründen Masken zu tragen. Einige, weil sich nicht an das Coronavirus glauben, andere, weil sie befürchten, durch das Tragen eines Mundschutzes in ihrer Freiheit eingeschränkt zu werden, wieder andere befürchten daran zu ersticken. Doch das ist nicht möglich.