Kurt Georg Kiesinger wurde von der Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld geohrfeigt. Imago/Sommer

Backpfeifen, Ohrfeigen, Schellen – egal: Sie schmerzen und sind in aller Regel erniedrigend. Bleibende körperliche Schäden sind selten, wenn auch nicht auszuschließen, aber die Schmach bleibt. Gerade haben zwei öffentlich verabreichte Backpfeifen für Aufmerksamkeit gesorgt, in der jüngeren Vergangenheit traf es immer wieder mal deutsche Politiker.

Pocher-Backpfeife machte Schlagzeilen

In Deutschland brachte ein sogenannter TikTok-Rap-Star mit dem Künstlernamen Fat Comedy die gewalttätige Herabwürdigung per Ohrfeige zu neuer Prominenz, als er dem Fernseh-Faxenmacher Oliver Pocher ausgerechnet vor einem Boxring in Dortmund eine langte. Angeblich, weil ihm die Haltung Pochers zu einer mutmaßlichen Vergewaltigung durch einen Rapper-Freund nicht passte.

TikTok-Star Fat Coemdy gibt Oliver Pocher eine Ohrfeige. Youtube

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Wahre Prominenz wurde wenig später in Hollywood handgreiflich – Kampfkleidung Smoking bei der Oscar-Verleihung: Der Schauspieler Will Smith klatschte dem Komiker Chris Rock ins Gesicht, weil der über den krankheitsbedingten Haarausfall von Smiths Ehefrau Jada Pinkett Smith gespottet hatte.

Der eine oder andere erinnert sich vielleicht auch daran, dass die Moderatorin Verena Kerth, einer breiteren Öffentlichkeit durch ein lange beendetes Verhältnis zu Oliver „Titan“ Kahn bekannt, dem Dschungelkönig Marc Terenzi 2017 auf Malle eine knallte. Den wahren Grund kennen nur die beiden, die sich lange kannten und sich vertragen haben sollen.

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Mach keine Witze über meine Frau! Will Smith watschte Chris Rock buchstäblich ab. AP/dpa/Invision/Chris Pizzello

Ohrfeigen für drei Bundeskanzler

Tief eingebrannt ins deutsche Gedächtnis hat sich hingegen die Ohrfeige, die Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) im November 1968 in Berlin auf einem Parteitag bekam: Beate Klarsfeld, damals 29 Jahre jung und bis heute als Nazi-Jägerin bekannt, war die Täterin. Sie wollte auf die Nazi-Vergangenheit des Kanzlers aufmerksam machen. Eine einjährige Haftstrafe musste sie wegen ihrer französischen Staatsbürgerschaft nicht antreten.

Kiesingers Nachfolger Willy Brandt (SPD) kam gleichfalls nicht ohne Ohrfeige durch seine Amtszeit. Ein Student haute  ihm im September 1971 in München auf der Straße eine runter: „Das ist für die Politik im Osten.“

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Der arbeitslose Lehrer, der Gerhard Schröder geohrfeigt hatte, mit Plüschteufel vor Gericht. dpa

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Gerhard Schröder holte sich auch eine Maulschelle ab: Im Mai 2004 bei einer SPD-Veranstaltung in Mannheim, wo der Kanzler von einem verwirrt erscheinenden arbeitslosen Lehrer getroffen wurde, der die Sozialpolitik Schröders nicht ertrug und zum Prozess mit einem Plüsch-Teufel erschien. Er fasste vier Monate auf Bewährung ab.