Die Auswahl ist wieder groß: Ein Tourist steht in Bangkok vor einer Anzeigetafel mit anstehenden Flügen. dpa/Xinhua

Zwei Jahre lang war richtiger Urlaub wegen der Corona-Pandemie kaum möglich. Jetzt öffnet sich die Welt wieder – und die Preise explodieren. Für Sprit, für Flüge, für Lebensmittel, für Hotels. Der Krieg in der Ukraine sorgt erneut für große Unsicherheiten und teils stark steigende Preise. So müssen Reisende bei Langstreckenflügen bei Lufthansa bis zu 200 Euro mehr bezahlen. Hintergrund sind die gestiegenen Kerosinpreise, die selbst Flüge innerhalb Europas um 10 bis 30 Euro verteuern. ADAC-Reiseexperten erklären, welche Rechte Reisende haben.

Lesen Sie auch: Der große Stau-Atlas: Wo es an diesem Wochenende und zu Ostern auf den Autobahnen besonders voll wird>>

Ist es günstiger, den Urlaub schon jetzt zu buchen?

Auf jeden Fall. Die meisten Reiseveranstalter garantieren die aktuellen Pauschalpreise für Hotels und Flüge im Sommer: „Egal ob FTI, Tui oder DER Touristik, die meisten großen Reiseunternehmen schließen kurzfristige Preissteigerungen für diese Urlaubssaison aktuell aus. Wir gehen aber davon aus, dass es aufgrund der steigenden Treibstoffpreise dieses Jahr weniger Last-Minute-Angebote geben wird als üblich und raten daher wirklich früh zu buchen“, sagt Jan Kimmelmann, Reiseexperte beim ADAC Nordbayern.

Kann der Reiseveranstalter die Preise nachträglich erhöhen?

Hier muss man zwischen Pauschalreisen und Nur-Flug-Buchungen unterscheiden. Im letzten Fall gilt ein bindender Flugbeförderungsvertrag zwischen Airline und Passagier. Die Fluggesellschaft darf – wenn keine explizite Preisanpassungsklausel in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen (ABB) ausgewiesen ist – den Preis ohne Zustimmung des Fluggastes nicht nachträglich erhöhen. Bei Pauschalreisen wiederum gelten für das Reisepaket andere Regeln.

Jetzt auch lesen: Studie belegt: So sehr profitierte die Mineralöl-Industrie vom Krieg in der Ukraine und den Mondpreisen für Benzin und Diesel! >>

Das Reiserecht erlaubt hier eine Preisanpassung bis 20 Tage vor Reisebeginn, wenn erhöhte Beförderungsentgelte entfallen, darunter zählen auch höhere Kosten für Treibstoff. Aber auch hier muss vertraglich eine Preisanpassungsklausel vorliegen.

Kann ich die Reise stornieren, wenn der Preis nachträglich steigt?

Erhöht sich der Reisepreis um mehr als acht Prozent, kann der Urlauber vom Reisevertrag zurücktreten. Die Reiseveranstalter haben die Möglichkeit innerhalb einer angemessenen Frist eine Entscheidung des Reisenden zu verlangen, ob er die Buchung zu den neuen Konditionen akzeptiert oder diese ablehnt. Antwortet man darauf nicht, gilt das neue Preisangebot des Veranstalters als angenommen. Alternativ kann der Reiseveranstalter auch eine gleichwertige Ersatzreise zu günstigeren Konditionen anbieten.

Lesen Sie auch: 20 geniale Energiespar-Tipps: So sparen Sie 250 Euro und mehr pro Jahr>>

Hat der Ukraine-Krieg Auswirkungen auf die Flüge?

Neben den höheren Flugkosten durch die gestiegenen Kerosinpreise, müssen Reisende nach Fernost auch zum Teil mit längeren Flugzeiten rechnen. Aufgrund der gesperrten Lufträume in der Ukraine, Belarus und Russland dauern Flüge nach Tokio zum Beispiel zwei Stunden länger, nach Seoul sind es 90 Minuten und nach Shanghai 40 Minuten mehr. Flugrouten in die beliebten Urlaubsregionen in Thailand sind derzeit in der Regel nicht betroffen.

Jetzt auch lesen: Deutscher entführt Mann in der Schweiz und wird erschossen: Führt der Fall ins Corona-Leugner-Milieu? >>