Die Feuerwände auf Euböa sind teils sieben Kilometer lang. AFP/Angelos Tzortzinis

Die Lage in den Waldbrandgebieten in Griechenland spitzt sich weiter zu. Große Teile der landesweit zweitgrößten Insel Euböa und der Halbinsel Peloponnes stehen in Flammen.

Ganze Ortschaften werden evakuiert

Auf Euböa waren fast 500 Feuerwehrleute und zahllose Bürger im Einsatz. Die Anwohner versuchten, mit Traktoren Schneisen zu schlagen und das Übergreifen der teils sieben Kilomater langen Flammenwände auf ihre Häuser zu verhindern. In weiten Teilen ist der Strom ausgefallen und immer mehr Ortschaften werden evakuiert.

Zunehmend erreichen Helfer aus dem Ausland Griechenland, darunter auch Deutschland. Knapp 60 Einsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen starteten heute aus Bonn in die Waldbrandgebiete nahe Athen. Ein Konvoi aus 19 Fahrzeugen setzte sich in Gang, um den Kampf gegen die verheerenden Flammen in Griechenland zu unterstützen.

Anklagen gegen Regierung Griechenlands

Die Verbitterung bei den Menschen auf Euböa ist groß, weil die Löscharbeiten aus der Luft sich in den vergangenen Tagen auf den Norden Athens konzentriert hatten. „Man hat uns brennen lassen“, klagte ein Mann im Fernsehsender Skai.

Man habe keine andere Wahl gehabt, heißt es hingegen bei den Rettungskräften. „Wir konnten nicht überall sein. Man muss sich nur vorstellen, die Flammen im Norden Athens hätten sich auf dicht besiedeltes Gebiet ausgeweitet“, wurde ein Feuerwehrmann zitiert.

Auch der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis hatte in den vergangenen Tagen immer wieder betont, Menschenleben hätten Priorität vor Besitz und Wald. Im Großraum Athen leben rund vier Millionen Menschen, Euböa hat etwa 220.000 Einwohner. Das derzeit von Bränden betroffene Gebiet besteht hauptsächlich aus Wald.

Dennoch sind dort mittlerweile Tausende Menschen aus den Ortschaften evakuiert worden. Auch am Sonntag kamen wieder Fähren, um Anwohner vom Ufer aus abzuholen, weil die Flammen den Landweg abgeschnitten hatten.