Jeffrey Epstein bei einem Gerichtstermin im Jahr 2019. Foto: Imago-Images/Uma Sanghvi

Die Finanzaufsicht in den USA hat die Deutsche Bank zu einer Geldstrafe von 150 Millionen US-Dollar verdonnert. Der Grund ist der Umgang des Finanzinstituts mit ihrem wohlhabenden Kunden Jeffrey Epstein. Die Bank gibt sich reuig.

Die Bank hätte im Umgang mit dem als Sexualstraftäter registrierten Multimillionär besondere Vorsicht walten lassen müssen, klagte das New York State Department of Financial Services (DFS) an. Die Deutsche Bank habe es versäumt, "verdächtige Transaktionen" ihres Kunden im Umfang von "Millionen von Dollar" zu bemerken und zu verhindern. Banken seien die „erste Verteidigungslinie“, wenn es darum gehe, die Ermöglichung von Verbrechen über das Finanzsystem zu verhindern, erklärte DFS-Chefin Linda Lacewell. Banken müssten die Kontrolle über die Aktivitäten ihrer Kunden an das Risiko anpassen, das von diesen ausgehe.

Das Hauptquartier der Deutschen Bank in New York. Foto: AFP/Angela Weiss

Als Transaktionen, bei der die deutsche Bank hätte aufmerksam werden müssen, führte die Finanzaufsicht unter anderem Zahlungen an Einzelpersonen an, denen eine Mitschuld am Missbrauch junger Frauen gegeben worden sei. Zudem habe es Zahlungen an russische Models und „zahlreiche Frauen mit osteuropäischen Nachnamen“, sowie „regelmäßige verdächtige Bargeldabhebungen“ im Umfang von mehr als 800.000 Dollar gegeben.

Die Deutsche Bank hat die Geldstrafe akzeptiert. „Es war ein Fehler, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden anzunehmen“, erklärte das Finanzinstitut. „Wir erkennen zudem die festgestellten Schwächen in unseren Prozessen an und haben aus unseren Fehlern gelernt.“ Bereits seit 2007 war Epstein in den US-Bundesstaaten Florida und New York als Sexualstraftäter registriert. Im Jahr 2008 verhinderte er nur durch einen Deal mit dem Staatsanwalt Alexander Acosta einen Prozess. Acosta wurde später zwischenzeitlich Arbeitsminister von Donald Trump. Fünf Jahre später begann die Zusammenarbeit Epsteins mit der Deutschen Bank.

Derweil laufen die Ermittlungen über die Hintergründe von Epsteins Sexhandelsrings mit Minderjährigen weiter. Vergangene Woche wurde Ghislaine Maxwell, die engste Vertraute des Sexualstraftäters, der sich im August 2019 in seiner Gefängniszelle erhängte, festgenommen. Ermittler und Opferanwälte hoffen, dass die 58-Jährige, um sich selbst zu entlasten, belastende Aussagen gegen ehemalige Weggefährten machen könnte. Unter den Männern, denen enge Beziehungen zu Epstein nachgesagt werden, sind Donald Trump und Bill Clinton. Gegen Prinz Andrew, den zweiten Sohn der Queen, gibt es sogar konkrete Missbrauchsvorwürfe, die Maxwell entkräften oder bestätigen könnte.