Die Zeitumstellung ist nicht bei allen beliebt: Einer DAK-Umfrage zufolge hatte fast jeder Dritte in Deutschland nach einer Zeitumstellung schon einmal körperliche oder psychische Probleme. 
Die Zeitumstellung ist nicht bei allen beliebt: Einer DAK-Umfrage zufolge hatte fast jeder Dritte in Deutschland nach einer Zeitumstellung schon einmal körperliche oder psychische Probleme.  imago-images/Christian Ohde 

In der Nacht von Samstag auf Sonntag steht sie wieder an, die herbstliche Zeitumstellung. Die eine Stunde, die uns im März  "geklaut" wurde, gibt es in der Nacht vom 29. zum 30. Oktober zurück. Die Uhren werden in der Nacht zum Sonntag von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Eine Stunde plus - eine gute Nachricht für Langschläfer. Aber manchen Menschen macht die zweimal im Jahr stattfindende Zeitumstellung auch zu schaffen. Was Sie tun müssen, um den Wechsel gut zu meistern.

Gut zu wissen ist zunächst, dass die Umstellung auf die Winterzeit (MEZ) entspannter ist, als die Umstellung im März auf die Sommerzeit (MESZ). In der Apotheken-Umschau erläuterte der Schlafmediziner  Alfred Wiater: „Die sogenannte Winterzeit entspricht auch mehr unserer inneren Uhr als die sogenannte Sommerzeit“. Außerdem könne man man eine Stunde länger schlafen. Das mögen sicher viele. 

Experte Wiater vergleicht die Beeinträchtigungen durch die Zeitumstellung mit einem Jetlag. Der 24-Stunden-Rhythmus komme durcheinander, was sich nicht nur auf das Schlaf-Wach-Verhalten, sondern auch auf  Stimmung, Konzentration, Aufmerksamkeit und vegetativen Funktionen auswirkt.

Umstellung ist schwierig für Säuglinge  - und ihre Eltern

„Die Umstellung ist besonders störend für Säuglinge, die gerade einen stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus gefunden haben“, erläuterte Wiater. Sie würden durch die Verschiebung empfindlich gestört. Im späteren Kindesalter seien die Beeinträchtigungen vergleichbar mit denen Erwachsener. Sie hielten in der Regel bis zu einer Woche an, selten länger.  Eine langsame Umgewöhnung könne Eltern und Kindern die Zeitumstellung am 30. Oktober erleichtern. „Einfach sukzessive etwas später zu Bett gehen“, rät der Schlafmediziner. Das kann sicher auch besonders sensiblen Erwachsenen helfen. 

Wenn der Napf zu spät gefüllt wird, können Haustiere nörgelig werden

Doch auch Haustiere merken, das jemand an der Uhr gedreht hat. Schon daran, dass Herrchen oder Frauchen einen neuen Zeitrhythmus vorgeben. Im Herbst kann das besonders schmerzlich sein. Denn die Nacht ist eine Stunde länger, bis der Napf gefüllt wird.

„Gerade Tiere mit ausgeprägter innerer Uhr sind davon betroffen“, sagt Sarah Ross von der Tierschutzstiftung Vier Pfoten. Das kann auch für die Halter belastend werden, weil Hunde unruhig und regelrecht nörgelig werden können. Katzen reagieren ähnlich, sie maunzen dann rum und versuchen mit allen Tricks auf sich aufmerksam zu machen.

Auch ein Hund kann durch die Zeitumstellung verunsichert werden.
Auch ein Hund kann durch die Zeitumstellung verunsichert werden. imago/Rolf Kremming

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Wer sein Haustier rechtzeitig auf die Zeitumstellung vorbereitet, erspart sich das. Das macht man am besten, indem man bereits einige Tage zuvor beginnt, Futterzeit, das Gassigehen und das Nickerchen danach täglich um einige Minuten zu verzögern. 

Dämmerung wird zur Gefahr nach der Zeitumstellung 

Auch für Autofahrer spielt die Zeitumstellung eine Rolle. Denn die Dämmerungszeiten fallen nun zunächst in die Hauptverkehrszeiten. Also heißt es speziell in den frühen Morgen- und in den Abendstunden: Tempo runter, Straßenränder im Blick halten und bremsbereit sein.

Besonders auf Routen durch den Wald oder an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern ist die Wahrscheinlichkeit von Wildwechseln hoch, so der ADAC. Entsprechende Schilder kennzeichnen solche Bereiche oft.

Jeder Studenkilometer weniger kann sich auszahlen. Wer etwa statt mit Tempo 100 nur 80 km/h fährt, reduziert den Bremsweg um fast 25 Meter. So kommt man vielleicht rechtzeitig zum Stehen oder verringert die Aufprallgeschwindigkeit.

Macht die Zeitumstellung krank?

Einer Befragung zufolge hatte fast jeder Dritte in Deutschland nach einer Zeitumstellung schon einmal körperliche oder psychische Probleme. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit. Der nun ermittelte Wert ist laut Krankenkasse der höchste der vergangenen zehn Jahre und in dem Zeitraum um acht Prozentpunkte gestiegen. Frauen leiden demnach mit 40 Prozent fast doppelt so häufig unter Gesundheitsproblemen im Zuge der Zeitumstellung wie Männer (23 Prozent). Nur noch 20 Prozent der Befragten hält laut Umfrage die regelmäßige Zeitumstellung noch für eine gute Idee.

Ganz nebenbei: Mexiko schafft die Sommerzeit ab. Das beschloss der Senat des lateinamerikanischen Landes am Mittwoch. Am kommenden Sonntag werden die Uhren in Mexiko zum letzten Mal auf die Winterzeit umgestellt. Künftig werde nur noch die „Zeit Gottes“ gelten, sagte Präsident Andrés Manuel López Obrador in Anspielung auf eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Normalzeit. Die Sommerzeit war in Mexiko 1996 eingeführt worden, um Energie zu sparen.