Jens Winkelmann ist mit seinem Wasserkiosk unterwegs. Foto: dpa/Jens Büttner

Einmal dem Alltag entfliehen und das Leben vom Boot aus genießen: Auf der Mecklenburgischen Seenplatte bevorzugen in diesem Sommer wieder Hunderte Hobbykapitäne die Ruhe und die Weite der Natur – und natürlich allein zu sein. Im laufenden Corona-Sommer gar nicht unwichtig. Damit sie so selten wie möglich an Land müssen, ist Jens Winkelmann aus Kleinzerlang an der Landesgrenze von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern regelmäßig mit seinem sogenannten Wasserkiosk unterwegs.

„Am liebsten kaufen die Touristen derzeit Speiseeis“, sagt der 58-Jährige, als er auf einer Tour in Diemitz an der Schleuse ablegt. Der Brandenburger hat einen vier Meter langen, alten Kahn zu einer Art „schwimmendem Konsum“ umgebaut, mit dem er vom Pälitzsee aus in alle Himmelsrichtungen im Juli und August die Wassertouristen versorgt – samt eingebauter Kühltruhe.

Jens Winkelmann hat eine Kundin gefunden. Foto: dpa/Jens Büttner

„In der Regel kauft jedes 4. oder 5. Boot mir was ab“, erzählt Winkelmann, der diesen Verkauf in der neunten Saison betreibt. „Davon leben können wir aber nicht“, gibt er zu. Dazu hat der unternehmungslustige Mann zusammen mit seiner Frau Berit einen Boots- und Floßverleih mit 70 Wasserfahrzeugen. Dieses Geschäft läuft von April bis Oktober, in diesem Jahr „wegen Corona“ erst ab Himmelfahrt im Mai. In dem Zuge sei ihnen aber die Idee mit dem Wasser-Konsum gekommen.

Lesen Sie auch Hitzewelle hält an: Keine Abkühlung für Berlin in Sicht>>

Geräucherte Forellen und Saiblinge, Brot, frisch gebackenen Kuchen von seiner Frau, aber auch Bier, Erfrischungsgetränke sowie „Schnäpschen und Sektchen“ ordern die Urlauber, wenn sie Winkelmann zu sich heranwinken. Auch Tageszeitungen hat er im Angebot. Immerhin ist er zwischen 60 und 80 Kilometer am Tag unterwegs – bis Rheinsberg oder Strasen und Wesenberg in Mecklenburg. „Etwa zehn Seen durchfahre ich manchmal,“ sagt Winkelmann. Sein „Wasserkiosk“ ist auch zum beliebten Fotomotiv geworden: „Aber das läuft erst, wenn die Leute auch etwas gekauft haben“, schränkt Winkelmann ein.