Plüschbären gibt es schon seit 118 Jahren. Foto: Ole Spata/dpa

Der Liebling der Kindheit hat ein ziemlich reifes Alter erreicht: Ganze 118 Jahre ist der treue Freund aus Plüsch am heutigen Tag des Teddybären schon alt. Die Geburtsstunde des Teddys, oder besser gesagt, seines Namens, geht auf den 26. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zurück: Theodore „Teddy“ Roosevelt (1858-1919). Bei einer Jagdpartie in Mississippi fand dieser einst keinen Bären zum Erlegen. Als seine Begleiter ihm einen einfingen, verschonte Roosevelt diesen mit Verweis auf seine Jägerehre. Der mitgereiste Karikaturist Clifford K. Berryman veröffentlichte 1902 eine Zeichnung der Begebenheit in der „Washington Post“.

Dabei ist der Gelenkbär aber nicht einem Grizzly nachempfunden, sondern dem Barribalbären, einem Bären mit langen Armen und ausgeprägter Schnauze.

Unklar ist allerdings, wer den ersten Teddybären fertigte. Nach der Firmen-Geschichtsschreibung des baden-württembergischen Stofftier-Herstellers Steiff stammt der erste Plüschbär PB 55 von Richard Steiff, dem Neffen der Firmengründerin Margarete. Der Skepsis seiner Tante zum Trotz hatte der junge Kunsthandwerker seinen Bären mit Ziegenplüsch-Bezug (Mohair) 1903 auf die Leipziger Spielwarenmesse mitgenommen, wo ein begeisterter US-Besucher gleich 3000 Exemplare bestellt haben soll. Die Zahl 55 stand bei diesem ersten Teddy für seine Größe von 55 cm.

Petsy Teddy von der Firma Steiff aus dem Jahr 1928 Foto: Oliver Krato/dpa

Um die gleiche Zeit stellten der russischstämmige Ladenbesitzer Morris Michtom und seine Frau Rose unter dem Eindruck von Roosevelts Jagdgeschichte einen selbstgenähten Stoffbären in ihr Schaufenster in Brooklyn und nannten ihn „Teddy's bear“, schreibt die US-Kongressbibliothek. Der Präsident höchstpersönlich soll ihnen die Verwendung des Namens gestattet haben.

Auch der Steiff-Bär verbreitete sich schnell in den USA. Bei der Weltausstellung 1904 in St. Louis soll die Firma 12.000 Bären verkauft haben. 1907 fertigten 2200 Arbeiter knapp eine Million Plüschbären. Auch in beiden Weltkriegen produzierte die deutsche Firma, wegen Materialmangels zum Teil aus Wollplüsch, Papier und Kunstseide und in reduzierter Stückzahl.

Mehr aktuelle Nachrichten aus dem Ressort Panorama finden Sie hier >>

Plüschbären sind begehrtes Sammlergut geworden. Um der Nachfrage gerecht zu werden, veranstaltet das britische Auktionshaus Christie's seit 1993 eigens Teddy-Versteigerungen. Die Kunden bieten sechsstellige Summen für ein Original aus der Frühzeit. Vom ersten Modell, dem 55PB, der noch tiergetreu über einen kleinen Nackenbuckel verfügte, gibt es allerdings kein erhaltenes Stück mehr.

Ein Steiff-Bär von 1926 gilt als bislang weltweit teuerster Teddybär, er erzielte auf einer Auktion 156.1240 Euro. Die historischen Teddybären findet man bei vielen Sammlern jedoch längst nicht mehr im Schrank, sondern aus Sorge vor dem Verfall des guten Stücks in der Tiefkühltruhe. Denn sobald sich eine Milbe in den Bären „verliebt“, hat der antike Bär endgültig ausgebrummt. (mit dpa)