Ein Wandbild in Malaysia erinnert an das unheimliche Verschwinden des Fluges MH370. Foto.dpa

Kuala Lumpur - Es ist eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte, für die Angehörigen ist es ein unermessliches Leid. Vor sechs Jahren verschwand MH370 auf dem Weg von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur nach Peking. Zum Jahrestag gestern wird eine alte Theorie neu diskutiert: War es die Schuld des Piloten?

An Bord waren 239 Menschen. Bis auf ein paar Wrackteile wurde von der Boeing 777-200-ER nichts gefunden. Eine gängige Vermutung ist, dass die Maschine noch einige Stunden flog und dann irgendwo in den südlichen Indischen Ozean stürzte. Aber wo? Und warum?  

Die Australierin Danica Weeks verlor damals ihren Mann. Die Ungewissheit, was den geliebten Menschen passiert sei, bringe den Angehörigen „unvorstellbaren Schmerz“, sagt sie. Was bekannt ist: Die Maschine hob um 0.40 Uhr ab, in den ersten 39 Minuten gab es keine Auffälligkeiten. Der Pilot der Malaysian Airlines hatte 33 Jahre Berufserfahrung. Der letzte Funkspruch des Kapitäns lautete: „Gute Nacht, Malaysia Drei-Sieben-Null.“ Später kam die Maschine nach Westen vom Kurs ab und verschwand vom Radar.

Neben der Suizid-These reichen die Erklärungen vom Treibstoffmangel über einen Abschuss bis zur Entführung. Die Suche nach dem Wrack ist seit 2018 offiziell beendet. Ein Abschlussbericht aus Malaysia brachte keine Lösung. Eine Einwirkung Dritter wird nicht ausgeschlossen. Sie seien nicht der Meinung, dass der Pilot hinter dem Geschehen stehen könnte, sagte der Chefermittler Koh Soon Chong damals. Der Mann hatte demnach keine bekannte Vorgeschichte, weder Apathie, Angstzustände noch Reizbarkeit gezeigt.

Kurz vor dem Jahrestag brachte eine TV-Doku die Suizid-Theorie neu ins Spiel: Der damalige australische Premierminister Tony Abbott will erfahren haben, dass die malaysische Regierung sehr früh und fast sicher von einem solchen Szenario ausging.

Der damalige Regierungschef Malaysias, Najib Razak, erklärte nach Abbotts Auftritt, es gebe „keinen Beweis“, dass der Pilot für das Verschwinden verantwortlich sei. Weil weder Blackbox noch Stimmrekorder gefunden worden seien, sei es unfair, dem Kapitän die Schuld zu geben. Seine Regierung habe aber keine der Erklärungen ausgeschlossen.