Joe Exotic im Jahr 2013 in seinem Privatzoo. Foto: AP/Sue Ogrocki

Am 2. April wurde Joe Exotic zu 22 Jahren Haft verurteilt. Der Hauptdarsteller der verstörenden Reality-Doku „Tiger King“ wurde nicht nur wegen unsachgemäßer Haltung von Großkatzen verurteilt, sondern auch, weil es das Gericht als erwiesen ansah, dass der 57-Jährige versucht hatte, seine Rivalin Carol Baskin ermorden zu lassen. Doch jetzt will er wieder raus aus dem Knast – und wandte sich an die höchste Stelle: Joe Exotic schrieb US-Präsident Donald Trump einen handschriftlichen Brief.

Der „Tiger King“ will Trump stolz machen

Schon nach seiner Verurteilung hatte Joe Exotic, der mit bürgerlichem Namen Joseph Allen Maldonado-Passage heißt, angekündigt, er wolle Donald Trump um Begnadigung bitten. Nun hat er seinen Worten also Taten folgen lassen. In dem Brief, der dem US- Sender „CBS“ vorliegt, nannte der selbsternannte „Tiger King“ Trump einen Helden und schrieb, dass er ihn 2016 gewählt habe. Nach dem Süßholzgeraspel bat Joe Exotic den US-Präsidenten darum, auf die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit von fünf Jahren zu verzichten, und ihn sofort zu begnadigen. „Erlauben Sie mir, Sie stolz zu machen, Amerika stolz zu machen, die Welt stolz zu machen“, schrieb er.

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Er müsse begnadigt werden, da er, bevor er durch die Reality-Doku bekannt wurde, nur ein„ schwuler, Waffen tragender Redneck in Oklahoma“ gewesen sei, der keinen fairen Prozess bekommen habe. Trump solle auf die „Millionen von Menschen“ hören, die „die Wahrheit sehen“ – und „Ihren eigenen Sohn Donald Jr.“ Der hatte sich nämlich in der Vergangenheit als Fan der Serie geoutet und öffentlich angekündigt, sich bei seinem Vater für eine Begnadigung des schießwütigen Waffennarren einzusetzen. Als Donald Trump selbst darauf angesprochen wurde, erkundigte er sich zunächst, wer Joe Exotic sei und was ihm vorgeworfen werde. Dann kündigte er an, er werde sich das ganze durch den Kopf gehen lassen.

Mit diesem Bus fuhren Unterstützer von Joe Exotic nach Washington. Foto: Imago-Images/Media Punch

Joe Exotic hatte sich schon mehrfach an Präsident Trump gewandt, Unterstützer des Verurteilten waren sogar mit einem Bus vors weiße Haus gefahren, auf dem für ein Gnadengesuch für den 57-Jährigen geworben wurde. Auch wandte sich der Verurteilte an US-Stars wie Kim Kardashian oder Cardi B. Eine Antwort oder Hilfe bekam er bislang nicht.

Die Serie „Tiger King“ faszinierte im Frühjahr viele Fans

Die Doku-Serie „Tiger King“ sprach im Frühjahr aufgrund ihrer Absurdität viele Menschen an, erntete aber auch Kritik, da sie dazu verleite, Joe Exotic, einen Mann mit großem Aggressionspotenzial, der zahlreiche Waffen besitzt und offenbar nicht davor zurückschreckt, sie auch einzusetzen, zu verherrlichen. In der Show, in der eigentlich Tierquälerei und Tierschmuggel beleuchtet werden sollte, ging es schlussendlich schwerpunktmäßig um den Streit zwischen Joe Exotic, der mehr als 100 Großkatzen in seinem Privatzoo hielt, und der unnachgiebigen Tierrechtlerin Carol Baskin.

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Der 57-Jährige setzte darin unter anderem das Gerücht in die Welt, seine Widersacherin hätte ihren ersten Mann getötet und an die Raubkatzen in ihrer Auffangstation verfüttert. Während der verurteilte Joe Exotic nach der Doku im Netz gefeiert wegkam, bekam Carol Baskin, der nie etwas nachgewiesen werden konnte, Morddrohungen.