Der afghanische Scheider Schir Khan. Foto: dpa/Hesam Hesamuddin

Ja. Dieser Bart ist wirklich echt! Stolze 60 Zentimer misst der Schnurrbart von Schir Khan. Die außergewöhnliche Gesichtsbehaarung hat den 50 Jahre alten Schneider in Afghanistans Hauptstadt Kabul inzwischen zu einer kleinen Berühmtheit gemacht. „Alle lieben mich für meinen Schnurrbart“, erzählt Khan an einem Novembertag in Kabul.

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Khan lässt seinen Bart schon seit Jahrzehnten wachsen, aber schneidet jedes Jahr ein paar Zentimer ab. Inspiriert hat ihn eine Geschichte aus der Königszeit. Der letzte Thronherrscher von Afghanistan, Mohammed Sahir Schah, soll einem Polizisten ein Gehalt für seinen Schnurrbart gezahlt haben.

Sein Bart bringe ihm zwar kein Einkommen, aber Berühmtheit, sagt Khan. „Sogar mein Schneidergeschäft hat sich wegen meines Schnurrbarts verbessert“. Und manchmal würden ihm Spitzenpolitiker den Gang zum Barbier bezahlen oder teure Pflegeprodukte schenken. Nebenbei ist Khan auch für die Regierung tätig.

Dass die Bekanntheit auch Schattenseiten hat, spürt der 50-Jährige oft auf Hochzeiten. „Die Leute stehen Schlange, um Fotos mit mir zu machen. Leute achten auf mich, anstatt Musik und Tänze anzuschauen.“ Einmal sollen zwei Männer in der Stadt sogar einen Unfall gebaut haben, weil sie von seinem Schnurrbart abgelenkt waren.

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Seit mehr als 25 Jahren lebt der Vater von zehn Kindern bereits in der Hauptstadt. Wie die allermeisten Afghanen ist auch Khan müde vom Konflikt. „Die Jahrzehnte des Krieges sind bittere Erinnerungen an mein Leben. Ich hoffe, er endet bald. Wir werden vom Krieg als Geiseln genommen.“

Khan träumt davon, eines Tages an einem internationalen Wettbewerb teilnehmen zu können. Bis dahin soll sein Schnurrbart aber noch ein bisschen wachsen.