Yves R. wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Foto:  dpa/Philipp von Ditfurth

Er entwaffnete vier Polizisten und verschanzte sich anschließend tagelang im Wald. Yves R. (32) wurde rund ein halbes Jahr nach der Tat zu drei Jahre Haft verurteilt. Er habe sich nach Ansicht des Gerichtes unter anderem der Geiselnahme schuldig gemacht.

Im Juli 2020 hatte die Aktion des Angeklagten die kleine Schwarzwald-Gemeinde Oppenau in Atem gehalten. Die Polizei suchte mit einem Großaufgebot nach ihm. Erst fünf Tage später gelang die Festnahme in einem Gebüsch. Der mehrfach vorbestrafte R. verletzte dabei einen SEK-Beamten mit einem Beil am Fuß.

Verteidiger forderten Bewährungsstrafe für Yves R.

Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren für R. gefordert. Sie sah den Tatvorwurf der Geiselnahme als nicht erfüllt an. Ein Gutachter hatte dem Beschuldigten in dem Verfahren eine kombinierte Persönlichkeitsstörung attestiert, sah ihn aber nur zum Teil als vermindert schuldfähig an.

R. hatte im Verfahren ein Geständnis abgelegt. Er habe in einer unüberlegten Aktion die Polizisten entwaffnet, weil er befürchtet habe, erneut ins Gefängnis zu kommen. Nie habe er jedoch jemanden mit den gestohlenen Waffen verletzen wollen. Er habe sich sogar einem Postboten gezeigt, um von der Polizei gefunden zu werden. Er habe schon vor der Kontrolle im Wald gelebt und habe eine Wanderung durch Deutschland machen wollen.