Der Fernsehregisseur Dieter Pröttel sitzt nachdenklich am Regiepult.
Der Fernsehregisseur Dieter Pröttel sitzt nachdenklich am Regiepult. dpa/Jörg Schmitt

Er machte das Fernsehen im Westen Deutschlands bunt, schickte die „Supernasen“ Mike Krüger und Thomas Gottschalk auf die Kino-Leinwand, entdeckte viele Stars. Nun ist Dieter Pröttel, der Regisseur vieler beliebter TV-Shows war, für immer von der Bühne des Lebens gegangen. Er starb am 26. Dezember im Alter von 89 Jahren „im Kreise der Familie“ in der Nähe von Starnberg, wie jetzt der Südwestrundfunk mitteilte.

Lesen Sie auch: Das Jahreshoroskop! Geld, Liebe und mehr: So wird 2023 – laut Ihrem Sternzeichen >>

Dieter Pröttel galt als Branchenlegende. Am bekanntesten dürften seine Regiearbeiten bei den Komödien „Die Supernasen“ (1983) und „Zwei Nasen tanken Super“ (1984) mit Mike Krüger und Thomas Gottschalk sein, die sich zu echten Kassenschlagern entwickelten. Er prägte aber auch von den 1960er bis 1990er Jahren sehr viele populäre Unterhaltungssendungen, etwa die „Rudi-Carrell-Show“, „Die Pyramide“ oder „Auf Los geht's los“. Im „Talentschuppen“ war er Moderator.

„Er arbeitete mit den ganz großen Stars der Branche wie Marlene Dietrich, Caterina Valente, Gustav Knuth, Rudi Carrell, Peter Alexander, Hildegard Knef oder Blacky Fuchsberger“, erinnert sich Weggefährte Werner Kimmig. Der gebürtige Offenburger habe aber auch neue Stars aufgebaut: „Dieter Pröttel entdeckte in seinen Sendungen viele neue Talente, unter diesen zum Beispiel Siegfried und Roy, Michael Schanze oder Hape Kerkeling.“

Dieter Pröttel: Mit seinen Shows machte er das Fernsehen bunter

Dieter Pröttel machte aus Thomas Gottschalk und Mike Krüger „Die Supernasen“. 
Dieter Pröttel machte aus Thomas Gottschalk und Mike Krüger „Die Supernasen“.  dpa/Istvan Bajzat

Pröttel führte 1967 auch Regie bei der ersten Farbfernsehsendung Deutschlands: Die Übertragung von der Internationalen Funkausstellung (IFA) in West-Berlin hatte als Schwarz-Weiß-Ausstrahlung begonnen. Vize-Kanzler Willy Brandt drückte damals auf einen roten Knopf, um die Live-Übertragung von der Messe mittendrin in Farb-TV umzuwandeln. Pröttel führte auch bei der Eröffnungs- und Schlussfeier der Fußballweltmeisterschaft 1974 in Frankfurt und München Regie.

Pröttel, der schon immer ein Faible für das Showbusiness hatte und als Mitglied des Trios „Die drei Halodries“ einige Jahre selbst auf der Bühne gestanden hatte, verdankte seine erste große Regiearbeit 1962 einem Zufall. Nachdem der bekannte Regisseur Michael Pfleghar („Klimbim“) erkrankt war, erhielt er den Auftrag, die Sendung „Bonsoir Catrin“ zu gestalten. Das erfolgreiche Debüt mit Caterina Valente legte das Fundament für seine Karriere.

„Dieter Pröttel war bei allen Produktionsteams äußerst beliebt“, erinnert sich TV-Produzent Kimmig. „Er hatte die Fähigkeit, selbst unterschiedlichste Star-Charaktere zusammenzubringen. Vor allem aber behandelte er alle Mitarbeiter vom Kabelhelfer bis zum Moderator mit dem gleichen Respekt.“ Nach mehr als 3000 Produktionen beendete Pröttel 2006 seine aktive Arbeit als Regisseur.