Dieses Los brachte einer 69-Jährigen aus Neapel eine halbe Million Euro ein. ADM

Die Geschichte machte Schlagzeilen! Eine 69 Jahre alte Frau hatte in einem Lotto-Laden in Materdei, im Zentrum von Neapel, ein Rubbellos gekauft und eine halbe Million Euro gewonnen. Doch als sie das Los prüfen lassen wollte, verschwand der Besitzer des Ladens mit dem Los. Die Polizei nahm sich des Falls an und nun – nach Wochen des Wartens bekommt die Seniorin endlich ihren Gewinn. Doch ganz genießen kann sie ihn nicht.

Rubbellos-Dieb Gaetano S. wollte sich nach Fuerteventura absetzen

Es ist eine wahnsinnige Geschichte. Der Kiosk-Besitzer Gaetano S. (57) war Anfang September mit dem Los in der Tasche auf seinen Roller gesprungen und davon gebraust. Schnell fanden die Ermittler heraus: Er wollte sich nach Fuerteventura absetzen. Auf dem Weg zum Flughafen Rom Fiumicino hatte er den Schein bei einer Bank hinterlegt und bekam dafür eine Sicherheitszahlung. Dass er das Los nicht würde einlösen können, war ihm wohl klar geworden.

Doch Kiosk-Besitzer S. wurde noch vor seinem Abflug geschnappt, der Schein wenig später sichergestellt. Zunächst versuchte sich der 57-Jährige rauszureden. Nicht er habe den Schein gestohlen, sagte er im Interview mit dem italienischen Portal News24. Seine Abenteuerliche Geschichte: Er sei nicht mehr der Betreiber des Kiosks, seine Ex würden den Laden führen. Er selbst habe das Los gekauft und gedacht, es wäre nur 500 Euro wert. Da er sich aktuell nicht so gut mit seiner Ex verstehe, habe er der Rentnerin das Los gegeben, damit sie es einlöse. Daraufhin habe er ihr es wieder weggenommen.

Eine Kameraaufnahme macht die Version von Gaetano S. zunichte

Schnell war jedoch klar: Was Gaetano S., der sich inzwischen entschuldigt hat und offenbar unter einer bipolaren Störung leidet, von sich gab, war grober Unfug. Die Kamera-Aufnahmen belegen die Versionen der Rentnerin und mehrerer Zeugen.

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Gaetano S. betrieb einen Kiosk in Neapel. Dann flüchtete er mit einem Gewinner-Los. Facebook

Nicht so schnell klar war hingegen, ob und wann die 69-Jährige, die noch immer als Hausdame arbeitete, den Gewinn ausgezahlt bekommen würde. Doch in dieser Woche gab die staatliche Monopolgesellschaft ADM (Agenzia delle accise, dogane e monopoli) nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft in Neapel grünes Licht. 

Getrübte Freude bei der Gewinnerin

In Materdei, in dem viele Menschen die Seniorin kennen, ist die Freude über diese Entschiedung groß. „Jetzt kann sie ihr Dienstmädchendasein beenden“, sagte ein Betreiber eines Geschäfts in dem Viertel. 

Doch genau diese Nähe, die die Menschen in dem Viertel haben und die Schlagzeilen, die der Fall machte, vergiften den Gewinn für die Rubbellos-Gewinnerin. Denn wie das Portal informazioneoggi berichtet, wird die Frau das Viertel, in dem sie ihr gesamtes Leben verbrachte, nun auf Anraten ihrer Familie verlassen. Die Familie und auch die Gewinnerin selbst sollen Angst haben, bald Opfer von Erpressungen und Geldforderungen zu sein. 

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Bleibt zu hoffen, dass die Rentnerin die Entwurzelung aus ihrem Viertel gut verkraftet und sie unter dem Lottogewinn mit Umwegen nicht mehr leidet, als das er ihr nützt.