Yves R. wurde am Freitag festgenommen. Foto: Polizei Offenburg

Fast sechs Tage lang hielt Yves R. Hunderte Polizisten und den kleinen Ort Oppenau im Schwarzwald auf Trab. Doch am frühen Freitagabend hatte der Spuk ein Ende. Ein Sondereinsatz-Kommando der Polizei konnte den Waffennarren festnehmen. Bei ihm fanden sie auch die vier Dienstwaffen, die der 31-Jährige am vergangenen Sonntag vier Polizisten abgenommen hatte. Nun drohen dem mehrfach vorbestraften Mann bis zu 15 Jahre Haft.

Inzwischen sitzt Yves R. in Untersuchungshaft. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl wegen „des dringenden Tatverdachts auf schwere räuberische Erpressung in Tateinheit mit vorsätzlichem unerlaubtem Besitz einer Schusswaffe“ erlassen. Kommt es zu einer Verurteilung, drohen ihm fünf bis 15 Jahre Haft. Angesichts mehrerer Vorstrafen – unter anderem wurde er einer zu dreieinhalbjährigen Jugendstrafe verurteilt, weil er mit einer Armbrust auf eine Bekannte geschossen hatte – dürfte die Strafe wohl eher im oberen Bereich liegen.

Wie die Ermittler am Sonnabend mitteilten, sei davon auszugehen, dass Yves R., der als Schwarzwald-Rambo Schlagzeilen gemacht hatte, tatsächlich die gesamte Zeit nach dem Überfall im Wald verbracht habe. Zudem hatte der 31-Jährige nach ersten Erkenntnissen in dieser Zeit keine Unterstützung von anderen Menschen erhalten. 

Polizisten durchsuchen ein Waldgebiet bei Oppenau. Hier fanden sie Yves R. Foto: dpa/Benedikt Spether

In seiner Vernehmung gab Yves R. zudem an, dass es sich bei der Waffe, mit der er am vergangenen Sonntag die Polizisten bedrohte und deren Dienstpistolen erpresste, um eine Schreckschusswaffe gehandelt habe. Die Polizei überprüft diese Aussage, kann sie zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht widerlegen. Zudem teilte die Polizei mit, dass Yves R. „umfassende Angaben gegenüber der Kriminalpolizei“ gemacht habe. Zum Inhalt äußerte sie sich nicht.

Keine neuen Angaben gibt es ebenfalls zu dem mysteriösen Schriftstück, dass Yves R. kurz vor seiner Festnahme zusammen mit einem Beil auf dem Schoß liegen hatte. Dass es sich um einen Abschiedsbrief handeln könnte, wie die „Bild“ vermutet, bestätigte die Polizei bis zum Sonnabendnachmittag nicht.