Auf einer Tafel stehen einige von Deutschlands beliebstesten Vornamen. Foto: Imago Images

Emilia und Noah sind im vergangenen Jahr die beliebtesten Vornamen für Kinder in Deutschland gewesen. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Montag in Wiesbaden unter Verweis auf ihre jährliche Auswertung der Daten von Standesämtern bekannt. Bei den Mädchen folgten Hanna(h) und Emma auf den weiteren Plätzen, bei den Jungen Leon und Paul. Zum Vorjahr gab es relativ wenig Bewegung.

Im Jahr 2019 hatten bei den Mädchen Hanna(h) und Emma die Liste der am häufigsten vergebenen Namen angeführt, gefolgt von Mia auf Rang drei. Bei den Jungen nahm Noah den Spitzenplatz ein, auf den Plätzen zwei und drei folgten Ben und Paul. Die GfdS ermittelt seit 1977 jährlich die Liste der beliebtesten Vornamen. Diesmal erhielt sie Meldungen von mehr als 700 Standesämtern bundesweit.

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Nach Angaben der Gesellschaft sind damit fast 90 Prozent aller im vergangenen Jahr in Deutschland vergebenen Vornamen erfasst. Mehr als 65.000 verschiedene Namen wurden gemeldet. Die Spitzengruppe der zehn beliebtesten Namen blieb dabei wie üblich im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil. Einzig bei den Jungen sorgte der Name Mat(h)eo beziehungsweise Matt(h)eo für eine kleine Überraschung, indem er von Rang 13 im Vorjahr auf den vierten Platz hochschoss.

In Ostdeutschland war Mat(h)eo oder Matt(h)eo der am häufigsten vergebene Name

In Ostdeutschland war Mat(h)eo oder Matt(h)eo dabei 2020 sogar der am häufigsten vergebene Name. Aber auch in Westdeutschland kam er auf den sechsten Rang. Insbesondere in der Liste der Top Ten bei den Mädchennamen setzte sich der GfdS zufolge dagegen auch 2020 ein Trend zur „lautlichen Monotonie“ fort. Alle enden inzwischen auf -a und haben ähnliche Klangfarben - etwa Lina, Mila oder Ella.

Die Gruppe der zehn beliebtesten Jungennamen fiel nach Angaben der Sprachexperten dagegen insgesamt „dynamischer und lautlich disparater“ aus. Darunter befanden sich unter anderem auch Elias, Henry/Henri, Felix und Louis/Luis. Die GfdS wies zugleich aber darauf hin, dass die Unterschiede an der Spitze der Rangfolge der häufigsten Namen in absoluten Zahlen meist nur relativ klein sind.

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Dies liegt daran, dass insgesamt immer weniger Neugeborene einen Namen aus den Top Ten erhalten - die Namensvielfalt hierzulande also tendenziell zunahm. Bei den Mädchen etwa machten am Ende lediglich 110 Neugeborene den Unterschied zwischen dem erstplatzierten Vornamen Emilia und dem zweitplatzierten Namen Hanna(h) aus. Zwischen Hanna(h) und Emma auf dem dritten Rang gab es sogar nur eine verschwindend kleine Differenz von 44 Meldungen.

Aus den Daten der Standesämter geht auch hervor, dass 35 Prozent oder etwas mehr als ein Drittel aller Kinder im vergangenen Jahr mehr als einen Namen erhielten. Bei den Mädchen waren Sophie, Marie und Maria wie in den Vorjahren besonders häufige Zweit- oder Folgenamen, bei den Jungen Alexander, Maximilian und Elias.

Nach Einschätzung der GfdS zeichnet sich darin ein Trend aus, Folgenamen immer seltener als Erinnerung an reale Vorfahren zu vergeben. Stattdessen würden eher typische „Traditionsnamen“ vergeben, die allgemein „ein gewisses Prestige transportieren“.