Das Laufhaus Pascha in Köln musste Insolvenz anmelden. Foto: dpa/Oliver Berg

Das Pascha in Köln gilt als größtes Laufhaus Europas. Doch jetzt ist das zehnstöckige Hochhausbordell pleite. Nachdem das Pascha fünf Monate lang wegen der Corona-Pandemie nicht öffnen konnte, haben die Betreiber nach Berichten des „Kölner Express“ am Dienstag Insolvenz angemeldet.

Der Geschäftsführer des Laufhauses Armin Lobscheid bestätigte der Zeitung: „Es ist irgendwie unvorstellbar, aber ich habe den Insolvenzantrag am Dienstag beim Amtsgericht eingereicht. Wir sind am Ende.“ Über die fünf Monate der Schließung seien alle Rücklagen aufgebraucht worden. Die laufenden Kosten waren ohne Betrieb nicht länger zu stemmen. 60 Angestellte wie Handwerker, Köche, Friseur, Elektriker, Masseur, Reinigungskräfte oder Sicherheitsleute hätten weiter bezahlt werden müssen. Das zehnstöckige Hochhaus hat insgesamt 126 Appartments. Zeitweise hatten sich rund 150 Sexarbeiterinnen eingemietet.

Das Pascha wurde 1972 eröffnet. Foto: dpa/Oliver Berg

Die Leidtragenden unter dem Verbot der Prostitution in der Corona-Krise sind laut Lobscheid neben ihm vor allem auch die Sexarbeiterinnen. Weil sie Geld brauchen und die Nachfrage weiter vorhanden sei, träfen sie sich nun an anderen Orten ohne Schutz mit Freiern, die sie dort zum Sex ohne Kondom zwingen würden.

Schon Ende Juli sagte Ulf Kristal von der deutschen Aidshilfe, Menschen in der Sexarbeit bräuchten ein sicheres Arbeitsumfeld mit fairen Regeln und rechtlicher Absicherung. „Sicherheit lässt sich nur unter legalen Bedingungen herstellen. Dort lässt sich auch Infektionsschutz am besten umsetzen. Gerade jetzt, wo Infektionszahlen wieder steigen, sind klare Spielregeln wichtig.“ Entsprechende Hygienekonzepte sähen vor: Mund-Nasen-Schutz plus eine Unterarmlänge Abstand zwischen Gesichtern plus Safer Sex. Hundertprozentige Sicherheit werde auch in anderen Branchen nicht gefordert und wäre ohnehin illusorisch.

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Was nun mit dem Hochhaus im Kölner Stadtteil Neuehrenfeld wird, in dem sich das Pascha seit 1972 eingemietet hatte, ist unklar. Baulich ist alles auf ein Bordell ausgelegt. Doch als solches wird es wegen der aktuellen Corona-Regeln niemand mieten wollen. Wahrscheinlich ist, dass es vorerst leer stehen wird.