Spargelkönigin Gina-Luise Schrey präsentiert zum offiziellen Saisonstart auf dem Josef Jakobs Spargel Hof den ersten Beelitzer Spargel. Foto: Soeren Stache/dpa

Die Spargelsaison ist eröffnet. Trotz Corona wurde am Dienstag in Beelitz der offizielle Ernte-Beginn gefeiert. Dieses Jahr ohne großes Volksfest, aber die neue Spargelkönigin gab ihr Bestes, um die Sorgen der Bauern zu vertreiben. In der Corona-Krise bleibt ungewiss, wie lange das Ernte-Glück 2020 hält. Der KURIER sagt, womit     Spargel-Fans rechnen müssen.

Die Eröffnungsgäste auf dem Jakobs-Hof stehen in gehörigem Abstand zueinander. Sie können keine Corona-Ansteckung gebrauchen, denn sie haben eine harte Prüfung vor sich. Jürgen Jakobs, Chef des Beelitzer Spargelvereins, beklagt, dass in der Corona-Krise weiterhin rumänische Erntehelfer fehlen. Noch kämen die Bauern klar, sie müssten aber auf mehr Arbeiter hoffen.

Kann die Feldarbeit jetzt überhaupt planmäßig starten? Bei dem schönen Wetter stechen die Bauern seit ein paar Tagen das gut wachsende Gemüse. Auch der Verkauf läuft bereits. Doch von 2300 gebuchten Spargelstechern im Raum Beelitz fehlt die Hälfte. Ihnen ist der Landweg wegen der Einreisebeschränkungen versperrt. Der Bund will zwar 80 000 Arbeiter nach Deutschland holen, aber vorerst fehlen sie.

Droht eine Spargel-Knappheit? Bernhard Falkenthal vom Spargelhof Märkerland hält es für möglich, dass einige Landwirte nicht alle Felder abernten können. Er geht aber fest davon aus, dass es genug Spargel für Hofläden und Verkaufsstände geben wird. Ernst-August Winkelmann vom Spargelhof Klaistow weist darauf hin, dass die Gastronomie in der Corona-Krise als Abnehmer ausfällt. Die Ware könne in die Supermärkte gehen.

Wie wirkt sich die Krise auf den Preis aus? Ein Kilo Spargel kostet 10 bis 15 Euro. Bauer Winkelmann nimmt 7 bis 15 Euro. Die Preise seien etwas höher als 2019, weil das Angebot wegen des Erntehelfer-Mangels geringer sei. Die weitere Entwicklung hänge davon ab, ob das Arbeiter-Problem gelöst wird. Üblich ist, dass die Preise nach Ostern spürbar in den einstelligen Bereich fallen. Landwirt Falkenthal hält es aber für möglich, dass sie 2020 höher bleiben als sonst.

Wie massiv können die Ernteausfälle werden? Zuletzt wurden in Brandenburg 22 000 Tonnen Spargel pro Jahr geerntet. Eine Prognose für dieses Jahr wagt noch niemand. Aber die Landesregierung befürchtet, dass womöglich weiter nur die Hälfte der Arbeiter verfügbar ist. Offen bleibt, was deutsche Freiwillige ausgleichen können.

Wie kann man sich selbst als Erntehelfer melden? In Beelitz klingeln die Telefone der Bauern pausenlos. Mehr als 1000 Freiwillige haben sich schon direkt bei ihnen beworben. Interessierte können auch das Vermittlungsportal www.daslandhilft.de  nutzen. Der große Ansturm ist ein Hoffnungsfunke für die Betriebe. Aber: Zu der harten Arbeit ist nicht jeder fähig.

Wo bekommt man jetzt Beelitzer Spargel? Auf den Höfen und an Verkaufsständen, vereinzelt schon im Supermarkt. Im Discounter findet man derzeit noch vielfach ausländischen Spargel.