Im Rostocker Stadthafen stehen «Buga-Container», die über die geplante Bundesgartenschau 2025 informieren sollten. Das ist jetzt nicht mehr nötig: Die Buga wurde abgesagt. dpa/Bernd Wüstneck

Das gab es noch nie in der Geschichte der Bundesgartenschauen: Die Rostocker Bürgerschaft hat die Absage der Bundesgartenschau 2025 beschlossen.

Sie folgte damit der Empfehlung von Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos). Der Schritt hatte sich seit Wochen immer deutlicher abgezeichnet. Dennoch gab es bei der Sitzung der Rostocker Stadtvertreter am Mittwochabend viel Redebedarf - über die politische Verantwortung und darüber, wie es jetzt weitergeht mit der Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns größter Stadt.

Madsen räumt ein: "Es wurden auch Fehler gemacht"

Der Beschluss sei kein guter Tag für die Hansestadt, sagte Madsen. Hatte er in der Vergangenheit vor allem coronabedingte Verzögerungen sowie die massiven Preissteigerungen durch den Ukraine-Krieg als Gründe für das Scheitern angeführt, sagte er am Mittwoch auch: „Es wurden Fehler gemacht“. Personalgewinnung etwa sei ein Problem gewesen, die Berichte der Stadtverwaltung zum Fortschritt „in Qualität und Tiefe“ nicht ausreichend gewesen. Daraus müsse man lernen.

Auch andere Stadtvertreter sprachen von Fehlern und Problemen im Zusammenhang mit dem Management des Vorhabens und forderten eine Aufarbeitung. Sybille Bachmann vom Rostocker Bund sprach von etwa von Animositäten, fehlender Führung und unklaren Zuständigkeiten.

Der Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen spricht bei einem Interview (Archivfoto). dpa/Jens Büttner

Mit nur sieben Jahren Vorlauf - 2018 erhielt Rostock den Zuschlag - war die Umsetzung ohnehin ehrgeizig. „Wir haben's nicht geschafft“, resümierte Madsen. Er forderte, den Tag als Wendepunkt zu sehen. „Wir müssen auf das Event Gartenschau verzichten, um die langfristige Stadtentwicklung zu ermöglichen.“ Dank der Buga seien in kürzester Zeit Planungen vorangetrieben worden, von denen die Stadt weiter profitieren könne.

Die Kosten für die Buga hatte Madsen zuletzt mit rund 180 Millionen Euro angegeben, rund 40 Millionen Euro mehr als zunächst veranschlagt. Mit der Ausrichtung waren städtebauliche Großprojekte verbunden. Das Land wollte 60 Millionen geben. Die Bürgerschaft beschloss am Mittwoch, Projekte einer Priorisierung entsprechend auch ohne die Ausstellung zu realisieren. Dabei stehen die Umgestaltung des Stadthafens und Sicherung des Hochwasserschutzes, die Brücke über die Warnow sowie das Warnowquartier als neues Wohnviertel ganz oben auf der Wunschliste. Aber auch die Planung eines neuen Stadtparks soll beschleunigt werden.

Der Minister schaltet sich ein

Der für die Buga zuständige Agrarminister Till Backhaus (SPD) hatte angekündigt, dass es am kommenden Montag ein Gespräch mit der Stadt geben werde. Dabei sollen die Grundlagen für einen „Rostock-Plan“ festgelegt werden.

Es ist die erste Absage in der 70-jährigen Geschichte der Bundesgartenschau. Jochen Sandner, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, reagierte mit Bedauern. „Wir haben bis zuletzt das enorme Potenzial einer Bundesgartenschau in Rostock gesehen“, erklärte er in einer Mitteilung. Man müsse die Entscheidung aber akzeptieren.