Immer mehr Erdbeer- und Spargelbauern mähen ihre Felder samt Früchten ab. imago/Nordphoto

Während wieder überall die Erdbeer-Häuschen aufgestellt werden und es im Supermarkt ein riesiges Erdbeerangebot gibt, werden an anderer Stelle Erdbeerfelder abgemäht, ganze Ernten zerstört. Das scheint paradox. Das Wetter ist optimal, die Preise im Supermarkt sind gut, trotzdem verdienen die Landwirte kaum an der Ernte. Der Sprecher der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Bernhard Rüb, erklärte gegenüber dem WDR, die Bauern könnten in diesem Jahr keinen Gewinn mit ihren Früchten erwirtschaften. Ob das Abmähen die richtige Lösung sein, bezweifle er aber.

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Besonders verzweifelt sind die Erdbeer- und Spargelbauern in NRW. Im Münsterland vernichten einige Landwirte ihre Felder aus Protest noch vor der Ernte, einfach weil sich der Anbau der Früchte nicht mehr für sie lohnt. Rüb erklärt den Grund: „Das Wetter in diesem Jahr ist ideal für den Erdbeeranbau.“

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Es gibt ein Überangebot an Erdbeeren, dadurch sinken die Preise. dpa/Daniel Bockwoldt

Es sei bereits früh warm gewesen und die Sonne scheine genug. Daraus ergebe sich allerdings auch das Problem: „Die Erdbeeren sind dadurch so gut gewachsen, dass der Ernteertrag sehr hoch ist – das Angebot ist groß, die Nachfrage aber niedrig“, sagte Rüb. Es gibt ein Überangebot an Erdbeeren, dadurch sinken die Preise. Hinzu kommen die höheren Preise für Sprit für die Traktoren und die hohen Lohnkosten.

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Außerdem sei die Nachfrage in diesem Jahr gering. „Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Menschen aufgrund der Inflation und der hohen Kosten für Energie und Sprit – auch bedingt durch den Krieg in der Ukraine – nicht mehr so viel Geld zur Verfügung haben.“ Der Alltag sei für die Menschen so teuer geworden, dass sie auf bestimmte Lebensmittel verzichten – etwa auf Erdbeeren. Bei einem weiteren Grund verweist Rüb auf die Corona-Pandemie: „In den vergangenen zwei Jahren sind viele Stadtbewohner aufs Land gefahren, um dort in Hofläden oder auf dem Markt Erdbeeren zu kaufen.“ Dieser Boom sei nun aber vorbei.

Auch die diesjährige Brandenburger Spargelsaison ist aus Sicht der Landwirte bislang katastrophal verlaufen. „Nach zwei Corona-Jahren waren wir optimistisch gestartet“, sagte Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins, am Sonnabend. Anfangs habe jedoch Importware den Platz für regionalen Spargel in den Supermärkten besetzt. Der Ukraine-Krieg führte zudem zu einer Kaufzurückhaltung und weniger Nachfrage, berichteten ihm Kollegen, sagte Jakobs. Zum bevorstehenden Pfingstfest werde noch auf etwas Belebung des Geschäfts gehofft. Traditionell wird zum Johannistag, am 24. Juni, der letzte Spargel des Jahres gestochen.

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Es werde eine deutliche Verringerung der Anbauflächen erwartet, sagte Jakobs der Märkischen Allgemeinen. In Beelitz seien in dieser Saison 20 Prozent der Flächen aus der Bearbeitung genommen worden, im Spreewald 50 Prozent.