Über ihren Stuhlgang reden die meisten Menschen nicht unbedingt gerne. Höchstens mit dem Arzt, wenn ihnen etwas dabei komisch vorkommt. 
Über ihren Stuhlgang reden die meisten Menschen nicht unbedingt gerne. Höchstens mit dem Arzt, wenn ihnen etwas dabei komisch vorkommt.  dpa

So etwa in Portugal oder Spanien: „Dort hat mir sogar eine Journalistin erzählt, dass sie sich nie in der Toilette umguckt, was sie so produziert hat. Ihre Mutter hatte ihr einmal beigebracht, dass man das nicht tue.“ In Nordeuropa sei die Debatte oft erstaunlich offen gewesen. „Ein finnischer Leser zeigte mir das Foto seines Plumpsklos – er wollte wissen, ob der Winkel des Hockers davor stimmte. Tatsächlich haben wir es dann Pi mal Daumen nachgestellt und ausgemessen. Das war sehr lustig.“

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Die 31-Jährige hat in ihrem vor bald acht Jahren erschienenen Buch neben vielen wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen auch Tipps für Toilettentechniken gegeben. Darin heißt es zur optimalen Sitzhaltung: „Der Oberkörper wird leicht nach vorne gebeugt, und die Füße werden auf einen kleinen Hocker gestellt.“

Autorin von Darm mit Charme arbeitet jetzt als Ärztin 

Nach einer Auszeit im Anschluss an den Bucherfolg arbeitet die damalige Medizinstudentin mittlerweile als Ärztin – der Wechsel hatte es laut Enders in sich. „Die Nachtdienste, eigene Wissenslücken, nicht immer genug Zeit für alle zu haben und auch Schicksalsschläge mitzuteilen. Klar hatte ich mich darauf vorbereitet, aber dann kommt eben die Realität... und ist nochmal ein Stück anders.“

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Von dem in 40 Sprachen übersetzten Buch wurden nach Angaben der Ullstein-Buchverlage weltweit 6,6 Millionen Exemplare verkauft, allein in Deutschland knapp mehr als 3 Millionen.

Zurzeit ist im Wissenschaftsmuseum Experimenta in Heilbronn die Ausstellung „Darm mit Charme – dem Ausnahmeorgan auf der Spur“ zu sehen, deren Produktion Giulia Enders und ihre Schwester Jill begleiteten.