Eine Pflegerin macht sich für den Einsatz auf einer Isolierstation bereit. Foto: dpa/Jens Büttner

Jeden Tag finden Forscher neue Dinge über das Coronavirus Sars-CoV-2 heraus. Wie es den Körper angreift, wie es sich verbreitet oder wie es sich bekämpfen lässt. Eine neue Studie hat nun die Patienten, die im Krankenhaus behandelt wurden, in den Mittelpunkt gerückt. 

Die Untersuchung an der neben dem Wissenschaftlichen Institut der AOK und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) unter anderem auch die TU Berlin beteiligt war, stützt sich auf Daten von 10.000 Patienten, die vom 26. Februar bis zum 19. April in deutschen Krankenhäusern behandelt wurden. Quelle waren Abrechnungsdaten der Krankenkasse AOK. Diese bildeten knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung ab, hieß es in der Veröffentlichung der Analyse im Fachblatt „The Lancet Respiratory Medicine“.

Die Untersuchung zeigte, dass gut 22 Prozent aller Klinik-Patienten im Krankenhaus starben. Dabei machte es einen großen Unterschied, ob die Patienten beatmet werden mussten. Während nur 16 Prozent der nicht beatmeten Patienten starben, überlebte nicht mal die Hälfte der beatmeten Patienten (47).

Ein Beatmungsgerät steht an einem Bett bereit. Meist ist es kein gutes Zeichen, wenn eine Beatmung notwendig ist. Foto: Imago-Images/Ronald Bonss

Insgesamt wurden rund 17 Prozent der Patienten künstlich beatmet. Im Durchschnitt wurde jeder Patient 14 Tage lang beatmet. Männer (22 Prozent) hatten diese Behandlung dabei öfter nötig als Frauen (12 Prozent). Oft seien es zudem Patienten mit Vorerkrankungen gewesen, die beatmet werden mussten. 43 Prozent der Beatmungs-Patienten litten unter Herzrhythmusstörungen.

Überhaupt spielten laut Studie Vorerkankungen eine große Rolle bei den Patienten, die im Karankenhaus behandelt wurden. So litten zuvor 56 Prozent von ihnen unter Bluthochdruck, 28 Prozent unter Diabetes, 23 Prozent unter Nierenversagen, 20 Prozent unter Herzschwäche, 14 Prozent an der Lungenkrankheit COPD und sechs Prozent an Fettleibigkeit. Und auch auf die Dauer des Klinikaufenthaltes hatte die Beatmung einen Einfluss. Lag der durchschnittliche Klinikaufenthalt bei zwei Wochen, mussten Beatmungspatienten im Schnitt 25 Tage im Krankenhaus bleiben.

Besonders hoch war die Sterblichkeit, wenn mit dem Alter und Vorerkrankungen zwei Risikofaktoren zusammenkamen. So überlebten 72 Prozent der über 80-Jährigen, die beatmet wurden, die Corona-Infektion nicht. Doch nicht nur ältere Menschen wurden in der Klinik behandelt. 29 Prozent der erfassten Patienten waren 59 Jahre oder jünger. 16 Prozent zwischen 60 und 69 Jahren, weit mehr als die Hälfte war demnach älter als 70 Jahre.