Platzt die tödliche Gefahr des Coronavirus bald wie eine Blase? Foto: imago images

Nach wie vor hält das Coronavirus die Welt in Atem. Tagtäglich werden Tausende neue Infektionen bekannt. So auch in Deutschland. Das Robert-Koch-Institut etwa meldete am Donnerstagmorgen 1707 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus – eine Zahl so hoch wie zuletzt Ende April. Nach RKI-Angaben haben sich rund 39 Prozent der neuinfizierten Menschen im Ausland mit Corona angesteckt. Doch obwohl die Infektionszahlen wieder steigen, und das nicht zuletzt bedingt durch neuinfizierte Reiserückkehrer, sieht ein Virologe Anzeichen für eine Abschwächung von Sars-CoV-2.

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Wie die „Bild“-Zeitung jetzt berichtet, sieht Ulf Dittmer, Virologe der Uniklinik Essen, das Coronavirus Sars-Cov-2 durch Mutationen an Kraft verlieren. „Es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass sich das Virus bereits abschwächt. Und es könnte auch sein, dass das Virus im Zuge der Veränderungen irgendwann nur noch eine Erkältung oder einen Schnupfen auslöst“, sagte er. 

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Trotz steigender Neuinfektionen ist Anzahl von täglichen Corona-Toten konstant

Seine These sieht Wissenschaftler Dittmer dadurch bestätigt, dass es in vielen Ländern, in denen derzeit die zweite Corona-Welle anrolle, deutlich weniger Todesfälle gebe. Ein Blick auf die deutschen Zahlen offenbart ein ähnliches Bild: Während die Zahl der Neuinfizierten stetig steigt, bewegt sich die Zahl der täglichen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau.

Seine These sieht Wissenschaftler Dittmer bestärkt, da die Anzeichen für eine Mutation vor allem in der Veränderung des Krankheitsbilds von Covid-19 sichtbar sind – jener Krankheit, die durch Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann. Dittmer zur „Bild“-Zeitung: „Bei den Symptomen der Corona-Patienten gibt es immer häufiger eine Störung der Geschmacks- und Geruchsfähigkeit. Das steht mittlerweile fast an erster Stelle.“ Diese Symptomatik gehe vor allem mit schwächeren Krankheitsverläufen einher.

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Virologe warnt vor der Annahme einer sinkenden Gefährlichkeit des Virus

Virologe Dittmer erklärte weiter: „Das Virus möchte nicht in den Tiefen der Atemwege festsitzen, sondern lieber weiter nach oben wandern, in die oberen Atemwege, weil es sich von dort aus besser verbreiten kann. Damit wäre es dann aber auch weniger gefährlich.“ Allerdings warnte der Wissenschaftler gleichzeitig davor, bei dem Coronavirus durch Mutation von einer sinkenden Gefährlichkeit auszugehen, „da sich gleichzeitig andere Bedingungen der Pandemie wie zum Beispiel die Behandlung von Covid-19-Patienten oder das Durchschnittsalter der Infizierten verändern“.