EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.
EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. imago/Riccardo Pereggiani

Zwei  EU-Behörden halten es angesichts einer neuen Corona-Welle in Europa für sinnvoll, allen Menschen im Alter ab 60 Jahren eine weitere Auffrischimpfung gegen Covid-19 zu geben. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA empfahlen am Montag, eine zweite Booster-Impfung für Personen ab 60 sowie für Vorerkrankte in Betracht zu ziehen.

Gesundheits-Kommissarin fordert zu schnellem Impfen auf

Bereits im April hatten die in Stockholm und Amsterdam ansässigen Behörden solche Auffrischdosen für alle ab 80 empfohlen.

Es gebe keine Zeit zu verlieren, erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides, und verwies auf steigende Zahlen von Krankenhauseinweisungen und Intensivbehandlungen bei  Covid-19-Patienten. „Ich rufe die Mitgliedstaaten auf, sofort zweite Auffrischungsimpfungen für alle über 60 sowie alle gefährdeten Personen einzuführen, und fordere alle auf, die in Frage kommen, sich impfen zu lassen.“ Das gelte vor allem für diejenigen, deren erste Auffrischungsimpfung mehr als sechs Monate zurückliegt.

In Deutschland haben gut sieben Prozent der Menschen eine zweite  Booster-Impfung

Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) einen zweiten Booster bislang nur Menschen ab 70 Jahren sowie einigen anderen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohnern und Personal medizinischer Einrichtungen. Nach aktuellen Angaben haben bislang 7,3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine zweite Auffrischimpfung bekommen.