Die Kosten für die Corona-Warn-App sollen auf insgesamt rund 220 Millionen Euro steigen - für eine einzige App!
Die Kosten für die Corona-Warn-App sollen auf insgesamt rund 220 Millionen Euro steigen - für eine einzige App! dpa/Marius Becker

Schon die ursprünglich geplante Summe von 50 Millionen Euro für die Weiterentwicklung und den Betrieb der Corona-Warn-App für das Jahr 2022 schienen exorbitant hoch. Doch laut einem Bericht der Welt am Sonntag sollen die endgültigen Kosten für das laufende Jahr noch deutlich höher liegen.

Für „den Betrieb und die Weiterentwicklung“ der App fielen demnach allein in diesem Jahr „voraussichtlich Kosten in Höhe von 73 Millionen Euro“ an, zitierte das Blatt am Samstag einen Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums.

Gesamtkosten für Corona-Warn-App steigen auf 220 Millionen Euro

Im Haushaltsjahr 2023 würden für die Fortführung der Corona-Warn-App dann nochmals Mittel in Höhe von rund 23 Millionen Euro benötigt. Angesichts der zusätzlichen Ausgaben belaufen sich die Gesamtkosten für das technische Hilfsmittel dann auf mehr als 220 Millionen Euro!

Das Gesundheitsministerium sieht jedoch weiter eine Notwendigkeit für die App. Da die Pandemielage weiter dynamisch sei und die Fallzahlen in den Wintermonaten jederzeit steigen könnten, sei beschlossen worden, die App weiterzubetreiben, erklärte das Ministerium weiter. Die „dafür maßgeblichen Verträge“ würden nach Angaben des Ministeriums bis zum 31. Mai 2023 verlängert. 

Linken-Politikerin: Corona-Warn-App ist „Fass ohne Boden“

Die Corona-Warn-App wurde im Juni 2020 eingeführt, vor allem um Infektionsketten besser nachverfolgen und schneller unterbrechen zu können. Schon bis Jahresbeginn 2022 hatte die App mehr als 130 Millionen Euro gekostet. 

Für Gesine Lötzsch, stellvertretende Vorsitzende und haushaltspolitische Sprecherin der Linksfraktion, ist die App „ein Fass ohne Boden“. Ihre Erfahrungen damit seien „nicht sonderlich positiv“, sagte sie der „Welt am Sonntag“. „Das Geld wäre sicherlich zur Unterstützung überlasteter Gesundheitsämter besser aufgehoben.“

Der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz betont hingegen, die App sei weiterhin ein zentraler Baustein der Pandemiebekämpfung. Vom Ministerium wünsche er sich aber „größtmögliche Transparenz über die bisherigen und in Zukunft weiter anfallenden Kosten“.