War es das jetzt mit kostenlosen Corona-Schnelltests für jeden? dpa/Christoph Soeder

Ein Ende der kostenfreien Corona-Bürgertests scheint zu kommen. Medizinerverbände sehen keinen Anlass mehr für die massenhafte Testerei. Tests soll es nur noch nur nach Anlass – also z. B. bei Symptomen – durchgeführt werden. So könnte man „die Zahl der zu übermittelnden Testergebnisse deutlich reduzieren“, sagte Elke Bruns-Philipps vom Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) der Ärzte Zeitung (Freitag). Und ein Sprecher des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) sagte der Zeitung: „Die Weiterführung anlassloser Tests, zu denen auch die Bürgertests gehören, ist aus Sicht der fachärztlichen Laboratorien nicht mehr erforderlich.“

Widerspruch von Patientenschützern

Das Bundesgesundheitsministerium hatte das Angebot kostenloser Schnelltests für alle kürzlich bis in den Frühsommer verlängert. Damit besteht auch ohne Symptome Anspruch auf mindestens einen Schnelltest pro Woche.

Den Medizinerverbänden widerspricht die Deutsche Stiftung Patientenschutz vehement. Sie nennt den Vorschlag für ein Aus der Tests absurd. Vorstand Eugen Brysch sagte: „Der Blick für die Realität braucht Fakten. Dazu gehören weiterhin hohe Inzidenzen, eine exorbitante Positivquote bei den PCR-Tests und eine erschreckend hohe Anzahl von Toten.“ Bürgertests seien dabei oft die Einflugschneise für eine faktenbasierte Pandemiebekämpfung.

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sieht ein Test-Ende ebenfalls eher skeptisch, denn die Inzidenzen gäben ein Bild über das Infektionsgeschehen ab, sagte er der Ärzte Zeitung. „Deshalb plädieren wir auch weiterhin für niedrigschwellige Testangebote, zum einen, um Bürgerinnen und Bürgern Klarheit über ihren eigenen Corona-Status zu geben, zum anderen, um früh erkennen zu können, wenn sich das Infektionsgeschehen massiv ändert.“