Schnelltests für zu Hause werden schon lange gefordert. Foto: dpa/Sven Hoppe

Ab sofort ist die Abgabe von Corona-Schnelltests für die Eigenanwendung erlaubt – aber erst mal nur in der Theorie. Denn es fehlt laut Experten noch an zertifizierten Produkten. „Bislang gibt es keine laienkompatiblen Antikörper-Schnelltests am Markt“, sagte Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Wann es soweit sein wird, kann sie nicht einschätzen: „Es wird stark nachgefragt, aber noch müssen wir die Kunden vertrösten.“

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Der Verband der Diagnostica-Industrie teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: „Es ist auch nach unserem Kenntnisstand so, dass – zumindest in Deutschland –noch kein Test zur Eigenanwendung CE-markiert wurde.“ Man gehe davon aus, dass es voraussichtlich noch mehrere Wochen dauern werde, bis die ersten Hersteller solche Tests in den Handel bringen.

Höhere Hürden für Eigentests

Mit der CE-Kennzeichnung versichern Hersteller die Einhaltung europäischer Schutz- und Qualitätsstandards. Eine vierstellige Nummer hinter dem CE-Zeichen gibt außerdem einen Hinweis darauf, dass das Produkt von einer als unabhängig geltenden Prüfstelle wie Tüv oder Dekra zertifiziert wurde. Das soll garantieren, dass Produkte für Laien leicht anwendbar sind. Dabei geht es um Verständlichkeit und die sogenannte Ergebnisqualität der Produkte.

Der Grund für die Verzögerung liegt dem Branchenverband zufolge darin, dass die behördlichen Hürden für Tests, die an Verbraucher abgegeben werden sollen, deutlich höher seien. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass in anderen Ländern der Europäischen Union in nächster Zeit Tests zur Eigenanwendung in den Handel gebracht werden, die dann auch auf dem deutschen Markt angeboten würden.

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Expertin: Vorsicht, irreführende Werbung

Bisher verfügbare Antigen-Schnelltests dürfen nur von Ärzten, Apothekern und anderen Fachkräften angewendet werden – unter anderem, weil der notwendige Abstrich korrekt genommen werden muss. Tests für zu Hause müssten den Ablauf sehr gut beschreiben, damit die Anwender ein möglichst genaues Ergebnis erhalten. Weil es solche noch nicht gibt, sollten sich Verbraucher nicht von irreführender Werbung blenden lassen, die anderes behauptet, so Sellerberg.