Nerze in Käfigen auf einer Pelztierfarm (Symbolbild). Foto: imago images/blickwinkel

Aus Sorge vor den Folgen für kommende Impfstoffe gegen das Coronavirus werden in Dänemark alle Nerze getötet. Das gab Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bekannt. Dabei geht es um mehrere Millionen Tiere, die auf 1139 Zuchtfarmen leben. Viele von ihnen in der Region Nordjütland. Dort wurde nun auch für sieben Kommunen ein Lockdown verhängt.

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In Hjørring, Frederikshavn, Brønderslev, Jammerbugt, Thisted, Vesthimmerland und Læsø wurde der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Die knapp 280.000 Einwohner wurden aufgefordert, ihre Kommune nicht zu verlassen. Schüler der fünften bis achten Klasse sollen ab Montag aus der Ferne unterrichtet werden, gleiches gilt für Studenten weiterführender Bildungseinrichtungen. Restaurants, Kneipen und andere Lokale müssen schließen. Ebenso Sporthallen, Schwimmbäder und Fitnessstudios. Zudem wurden alle Bewohner der Kommunen aufgefordert, einen Corona-Test zu machen. 

Zuvor hatte Ministerpräsidentin Frederiksen bekanntgegeben, dass das Virus bei dänischen Nerzen mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen hatte. Deshalb werden nun alle Nerze im Land getötet - es handelt sich um 15 bis 17 Millionen Tiere, deren Fell unter anderem für Pelzmäntel verwendet werden. Dänemark ist der weltweit größte Produzent von Nerzfellen.

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Bislang ist das mutierte Virus bei zwölf Menschen in Dänemark festgestellt worden, darunter elf aus Nordjütland. Der fachliche Direktor des dänischen Gesundheitsinstituts SSI, Kåre Mølbak, unterstrich, dass dieses Virus nicht gefährlicher als andere Coronaviren sei. Das Risiko bestehe aber darin, dass es widerstandsfähiger gegenüber Antikörpern sei.