Ein Fahrradkurier des Postdienstleisters DHL Imago/Michael Gottschalk (Symbolbild)

Ein Brennpunktviertel steht seit Tagen in den Schlagzeilen. Schockierender Grund: Bereits seit Februar stellt die Post am Erlinghagenplatz in Duisburger Südwesten (NRW) keine Briefe mehr zu. Laut WDR müssen Anwohner ihre Sendungen seitdem in einer nahegelegenen Postfiliale abholen. Betroffen sind zehn Wohnblocks, in denen 130 Haushalte wohnen.

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Eine junge Anwohnerin sagte der Süddeutschen Zeitung, die meisten Anwohner kämen aus demselben rumänischen Dorf, „alle kennen sich“. Die Wohnungen sind günstig, die Hausverwaltung kümmere sich nicht, falls Schäden in den Wohnungen auftreten.

Postboten auf dem Fahrrad regelrecht umzingelt

Eine Postsprecherin berichtete, Zustellkräfte seien zuvor massiv bedrängt worden. Anwohner seien ihnen ohne Maske so nahe gekommen, dass eine Zustellung aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich sei. Eine Anwohnerin berichtet, Postboten, die mit dem Fahrrad kamen, seien regelrecht umzingelt worden, das allerdings auch schon vor Beginn der Corona-Pandemie.

Das Problem: Viele der Anwohner stammen aus Bulgarien und Rumänien, sprechen kaum Deutsch. Versuche der Stadt, mittels Dolmetschern mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen sind gescheitert. Ein junger Mann vom Erlinghagenplatz sagte einem WDR-Reporter: „Hier gibt es kein Corona. Ich bin sicher.“ Tatsächlich ist die Inzidenz in dem Duisburger Bezirk überdurchschnittlich hoch. Die Stadt hat nun angekündigt, Kontrollen zu verstärken und Sozialarbeiter einzusetzen.