Der Demozug der Corona-Leugner in München wurde mangels Masken gestoppt. Foto: Imago-Images/Thomas Vonier

Die Regel ist eigentlich einfach: Keine Maske, keine Demo! Doch wie vor zwei Wochen in Berlin gingen in dieser Woche einige hundert Unverbesserliche in München auf die Straße, ohne die Maßnahmen zum Infektionsschutz einzuhalten. Die Polizei stoppte die Demo. Der Veranstalter löste den Zug anschließend auf. Auch in Hannover musste ein Demozug zwischenzeitlich stoppen.

Wie die Polizei mitteilte, hielten sich in München zahlreiche Teilnehmer des Protestzugs in München nicht an die Vorschrift, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Entsprechende Anweisungen über Lautsprecher seien nicht beachtet worden. Zudem wurde die zugelassene Zahl von 500 Teilnehmern weit überschritten. Die Polizei sprach von etwa 3000 Protestierenden.

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Der Veranstalter „Querdenken 089“ brach den Demozug von sich aus ab und orchestrierte alle Teilnehmer zur Hauptkundgebung auf der Theresienwiese. Zuvor hatten die Veranstalter der Demo offenbar versucht, mit der Verteilung von Attesten möglichst vielen Demo-Teilnehmern das Tragen einer Maske zu ersparen. Auf einem Video ist zu hören, wie ein Mann, der sich als „Truppenarzt“ bezeichnet, den Teilnehmern anbietet, sich bei ihm ein Attest abzuholen.

Um die Demonstration in München gab es im Vorfeld ein juristisches Tauziehen. Die Behörden und auch das Verwaltungsgericht München hatten den Protestzug zunächst verboten, was dann aber von der höheren Instanz wieder gekippt wurde. Allerdings galten strenge Auflagen zur Abstandspflicht und dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie die vorgegebene Höchstzahl von 500 Teilnehmern, die jedoch nicht eingehalten wurden. Auch bei der Hauptkundgebung wurde die Zahl der angekündigten Teilnehmer deutlich überschritten. Statt der angekündigten 5000 Menschen waren laut Polizei 10.000 Corona-Leugner auf der Theresienwiese. Auch die Kundgebung musste wegen fehlender Abstände kurzzeitig unterbrochen werden.

In Hannover waren rund 1000 Leute bei einem Demozug gegen Corona-Maßnahmen dabei. Viele trugen keine Masken. Foto: dpa/Moritz Frankenberg

In Hannover, wo rund 1000 Corona-Leugner auf die Straße gingen, schritt die Polizei ebenfalls ein, da sich Teilnehmer des dort organisierten "Walk to Freedom" (deutsch: "Marsch zur Freiheit") auch hier weigerten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Fortsetzung des Protestzuges solle erst zugelassen werden, wenn die Auflage eingehalten würden, hieß es. Auf der Demonstration wurde verschiedene verschwörungsideologische Reden gehalten. Eine Frau sprach laut der Nachrichtenagentur von einer „Fake-Pandemie“ und behauptete mit Blick auf die Bundeseregierung „sie nehmen uns unsere Menschenrechte ab“. Bei einer Kundgebung am Abend wurden 2000 Menschen erwartet.

Ein Protestzug in Wiesbaden verlief bis zum frühen Abend ohne Zwischenfälle.