Einen Abstrich aus der Nase eines Infizierten verwenden Corona-Leugner neuerdings auch dafür, sich selbst anzustecken. dpa/Marcio Jose Sanchez

Um sich nicht gegen Corona impfen zu müssen, setzen fanatische Pandemie-Leugner ihre Gesundheit und die ihrer Mitmenschen aufs Spiel. 114.000 Menschen sind in Deutschland bereits an Covid gestorben, doch Corona-Leugner halten die Krankheit weiter für harmlos.

Einige vertrauen auf Globuli und obskure Mittelchen, die die Abwehr gegen eine Covid-Infektion stärken sollen. Maske und Abstand lehnen sie ab, riskieren absichtlich, sich anzustecken, und landen nicht selten als Schwerstkranke auf der Intensivstation - wie gerade die fanatische Impfgegnerin Cirsten Weldon, die ihre Covid-Erkrankung bis in den Tod hinein als „bakterielle Lungenentzündung“ verklärte.

„Hallo zusammen, ich suche nach einem aktuell an Corona Infizierten, der/die mich bitte ansteckt.“

Nun sind auf Telegram Chats aufgetaucht, die den Irrsinn der Coronaleugner-Szene illustrieren. Telegram ist für Impfgegner die Plattform der Wahl, seitdem Facebook und Twitter Falschinformationen zu Covid rigoros bekämpfen. Politikern wird wegen Corona-Maßnahmen mit dem Tode gedroht, Falschmeldungen und antisemitischer Unsinn verbreitet. Nun suchen gesunde Menschen auf Telegram nach Infizierten, die sie anstecken sollen!

Die F.A.Z. zitiert den Teilnehmer eines Chats: „Hallo zusammen, ich suche nach einem aktuell an Corona Infizierten, der/die mich bitte ansteckt.“ Einige bieten demnach sogar Geld für eine Corona-Infektion! Die Beweggründe, die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen, sind unterschiedlich: Einige wollen beweisen, dass Covid nicht schlimm sei, anderen geht es um eine Genesenen-Bescheinigung, um der 2G-Regel am Arbeitsplatz nachzukommen.

Corona-Infektion mit Wattestäbchen 

Und wie infiziert man sich am besten bei einem Covid-Positiven? Auch dazu kursieren Tipps auf Telegram. So wird empfohlen, sich ein Wattestäbchen mit einem Abstrich des Infizierten in die Nase zu stecken. Eine Userin behauptet, auf diese Weise hätten sich 15 Personen aus ihrem Umfeld infiziert. Das sei auch viel effektiver als beispielsweise das Glas mit einer infizierten Person zu teilen – damit habe man nicht so gute Erfahrungen gemacht.

Müsste man gegen derlei gefährlichen Unfug nicht etwas tun? Versuche der deutschen Strafbehörden, gegen Telegram vorzugehen, scheitern daran, dass das Unternehmen seine Postadresse im Emirat Dubai hat. Bis heute sei es nicht gelungen, eine gerichtliche Zustellung  vorzunehmen, heißt es beim Bundesjustizministerium. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz erweist sich gegenüber Telegram bislang als zahnloser Tiger.