Foto:  Mark Hermenau/Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen/dpa
Ein LKW mit dem Corona-Impfstoff kommt im Zentrallager von Nordrhein-Westfalen an. 

Der Impfstoff ist da! 

Einen Tag vor Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland sind am Samstagmorgen die ersten Impfstoffdosen in einzelnen Bundesländern eingetroffen. Ins bevölkerungsreichste Land Nordrhein-Westfalen wurden zunächst 9750 Dosen geliefert und in ein geheimes Zentrallager gebracht. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betonte: Das ist ein wichtiger Moment der Zuversicht. Mit der Lieferung des ersten Corona-Impfstoffes entsteht Hoffnung auf ein normales Leben, wie wir es vor dem Virus gekannt haben."

 Mitarbeiter verschiedener Logistikunternehmen nehmen den Corona-Impfstoff im Zentrallager von Nordrhein-Westfalen an. Foto: Mark Hermenau/Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen/dpa

In Bayern nahmen Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) die Lieferung in Erlangen in Empfang. Es handele sich um die Hälfte der für den Freistaat bestimmten ersten 9750 Impfdosen, sagte Huml. Die übrigen sollten in München ankommen. Von München und Erlangen aus wird der Impfstoff regional verteilt, alle 99 Impfzentren in Bayern sollen damit versorgt werden. Am Sonntag sollen die ersten mobilen Impfteams ausrücken, um vor allem in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern zu impfen.

In Thüringen brachte ein Logistikunternehmen den Impfstoff am Samstagmorgen per Kühltransport und in Polizeibegleitung zur Lagerung an einen Ort, der zunächst nicht näher genannt werden sollte. Auch in anderen Bundesländern liefen die Vorbereitungen zur Verteilung des Impfstoffs auf Hochtouren.

Impfstoff-Zentrallager von Nordrhein-Westfalen. Foto: Mark Hermenau/Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen/dpa

Der Bund lässt an diesem Samstag mehrere zehntausend Dosen der Firma Biontech an insgesamt 27 Standorte liefern. Von dort werden sie an Impfzentren und mobile Teams verteilt, die dann am Sonntag die ersten Impfungen verabreichen sollen. Zuerst sollen Menschen über 80 sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden.

Jetzt lesen: Querdenken-Demonstrationen - Initiator Ballweg bläst Corona-Proteste ab >>>

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird am Samstag in Berlin über die Impfaktion informieren. Er hat die Bevölkerung bereits auf mögliche Anlaufschwierigkeiten eingestellt: „Es wird am Anfang ruckeln.“

Auspacken im Zentrallager von Nordrhein-Westfalen. Foto: Mark Hermenau/Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen/dpa

Nach einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wollen sich etwa zwei Drittel der Deutschen impfen lassen. 32 Prozent der Befragten gaben an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen. Weitere 33 Prozent sind zwar ebenfalls dazu entschlossen, wollen aber trotzdem erst einmal mögliche Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent haben sich gegen eine Impfung entschieden, 16 Prozent sind noch unentschlossen.

Der verpackte Corona-Impfstoff.  Foto: Mark Hermenau/Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen/dpa

Bis Ende März sollen 11 bis 12 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Da das Präparat zweimal verabreicht werden muss, würde diese Menge in etwa für 5,5 bis 6 Millionen Menschen reichen. Spahn geht davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein „Impfangebot“ machen zu können - sofern weitere Präparate eine Zulassung erhalten.